44 tote Schafe: Klöckner will Jagd auf Wölfe

Nach einer mutmaßlichen Wolfsattacke in Baden-Württemberg will die Bundeslandwirtschaftsministerin den „guten Erhaltungszustand“ des Raubtiers genauer unter die Lupe nehmen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Foto: BMEL/Thomas Trutschel/photothek.net

Nach dem aufsehenerregenden mutmaßlichen Wolfsangriff auf eine Schafherde in Baden-Württemberg will die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) die Bestände stärker begrenzen. Bei der Attacke waren in Bad Wildbad (Landkreis Calw) insgesamt 44 Schafe vermutlich einem Wolf zum Opfer gefallen.

Der Vorfall zeige, dass Tierhalter mit Herden in Freilandhaltung vor neuen Herausforderungen stünden, sagte Klöckner der Berliner Morgenpost. Eine finanzielle Entschädigung für gerissene Tiere sei nicht ausreichend. Wenn die Bestände zu groß würden, müssten Wölfe auch abgeschossen werden. „Wo der gewünschte Erhaltungszustand des Wolfes erreicht ist, kann entsprechend reagiert werden“, betonte Klöckner. Insgesamt sei ein „effektives Wolfsmanagement“ erforderlich, das zeige, wie sich die Bestände in den unterschiedlichen Regionen entwickeln. Bereits Klöckners Amtsvorgänger Christian Schmidt (CSU) hatte vor rund einem Jahr erklärt, er wolle über eine „begrenzte Abschussfreigabe“ des Wolfs reden (wir berichteten).

Die Attacke in Baden-Württemberg sorgte ausgerechnet am „Tag des Wolfs“ (30. April) für bundesweites Aufsehen. Laut Pressemitteilung des Landesumweltministeriums wurden 32 Tiere der Herde gerissen, weitere 12 mussten wegen ihrer Verletzungen getötet werden oder ertranken in Panik im Fluss Enz. „Nach allem, was wir derzeit wissen, war es ein Wolf“, erklärte Staatssekretär Andre Baumann. Er betonte, dass der Angriff auch nicht verhindert worden wäre, wenn der Wolf unter dem Jagdrecht stünde, wie es immer wieder gefordert werde (wir berichteten). „Dem Wolf ist es herzlich egal, welches Recht für ihn gilt“, sagte Baumann. „Entscheidend ist, dass wir einen Weg gestalten, der beides zulässt, Wolf und Nutztierhaltung.“

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