Abschuss von „Kurti“ war rechtmäßig

Wolf

Symbolbild / Foto: Dieter Hopf

Die „letale Entnahme“ des Wolfes mit der Kennung MT6 aus dem niedersächsischen Munster bleibt laut  Angaben des NDR ohne rechtliche Konsequenzen. Es war der erste Abschuss eines Wolfes in Niedersachsen, was zahlreiche Tierschützer empörte. Nach der Tötung des zweijährigen Rüden auf Beschluss des Umweltministeriums im April gingen rund 140 Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Hannover ein. Der Vorwurf: Der Abschuss sei unnötig und voreilig gewesen, es hätten zuvor weitere Maßnahmen erwogen werden müssen.

Nach Überprüfung der Anzeigen und Nachhaken im Umweltministerium ist die Staatsanwaltschaft Hannover nun zu dem Schluss gekommen, dass es gerechtfertigt war, „Kurti“ zu töten. Für rechtliche Konsequenzen fehle der Anfangsverdacht, wie Oberstaatsanwalt Thomas Klinge gegenüber dem NDR angab. Das Umweltministerium habe klarmachen können, dass nur mit der Tötung des Wolfes eine Gefährdung für den Menschen verhindert werden konnte.

Das Umweltministerium teilte mit, dass die Unterbringung in einem Gehege für den Wolf, der sich mehrfach Menschen und Hunden genähert hatte, ein qualvolles Dasein bedeutet hätte. Aus Tierschutzgründen und nach der Abwägung von Maßnahmen hat man sich daher für die „letale Entnahme“ entschieden.

Zusätzlich steht das Umweltministerium in der Kritik, Foto- und Filmaufnahmen zurückgehalten zu haben, über die der NDR berichtet. Die Aufnahmen zeigen Förster, Soldaten und Feuerwehrleute mit Wolfswelpen und bezeugen allem Anschein nach deren frühe Gewöhnung an den Menschen. Wie der NDR mitteilt, sollen die Aufnahmen dem Ministerium bekannt gewesen sein, ohne dass die Annäherung an die Wölfe geahndet wurde. Medien und Opposition kritisieren zudem, dass das Ministerium die Aufnahmen bislang nicht publik gemacht hat.

Zeugen hatten dem NDR von den Aufnahmen berichtet. Die Bundesforstbetriebe würden die Aufnahmen allerdings aus Urheberrechtsgründen unter Verschluss halten. Das Ministerium bestätigte, dass die Fotos und Videos ausgewählten Beteiligten wie der Landesjägerschaft zugänglich gemacht wurden. Die Öffentlichkeit ließ das Ministerium an den Aufnahmen allerdings nicht teilhaben. Das Umweltministerium weist die Kritik an seinem Vorgehen zurück und legt dar, dass die Bilder ohne Angabe von Ort und Zeit nicht in das Wolfsmonitoring eingegangen seien. Alle Erkenntnisse seien beständig dokumentiert und ausgewertet worden.

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