Afrikanische Schweinepest: Jäger stärker gefordert

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Richtung Westen aus. Behörden und Verbände von Nord nach Süd fordern daher eine intensive Bejagung.

Wildsau

Foto: Andreas Lischka

Nachdem Ende Juni in Tschechien zwei Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) für viel Aufruhr gesorgt haben (wir berichteten), sind dort weitere Wildschweine an der Seuche verendet. Wie agrarheute.com berichtet, ist die Zahl der dokumentierten Todesfälle auf insgesamt zehn gestiegen. Somit sei nicht mehr von einem „isolierten Vorfall“ auszugehen. Dem Bericht zufolge sieht es eher so aus, als hätte sich das Schweinepest-Virus in der Wildschweinpopulation im Gebiet nahe der tschechischen Stadt Zlín bereits verbreitet. Die Schweinepest hat damit einen gut 400 Kilometer großen Sprung in Richtung Westen zurückgelegt und ist nur noch etwa 300 Kilometer von der deutschen und 80 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.

In Österreich wurden als Reaktion auf die Fälle in Tschechien mehrere Gebiete als gefährdet eingestuft, wie bauernzeitung.at berichtet. Zum Schutz von Haus- und Wildschweinen haben die zuständigen Behörden eine Kontrollzone festgelegt. Diese umfasst insbesondere das Gebiet nördlich der Donau. Dort sind Jäger von den Behörden dazu angehalten worden, Sauen stärker zu bejagen. Dadurch soll verhindert werden, dass die Tiere größere Entfernungen zurücklegen. Zudem wird von den Behörden darauf hingewiesen, Jagdabfälle möglichst seuchensicher zu entsorgen und Auffälligkeiten sofort zu melden.

Auch deutsche Behörden reagieren auf die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. So hat etwa das niedersächsische Landesamt für Lebensmittelsicherheit ein Merkblatt für Jäger herausgegeben, das Jäger explizit dazu auffordert, „zur Vermeidung hoher Populationen Wildschweine bei allen Gelegenheiten konsequent zu bejagen“. Auch Frischlinge und Überläuferbachen sollten demnach „scharf bejagt“ werden.

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat die Informationen zur ASP mittlerweile aktualisiert. Im aktuellen „Radar Bulletin“ des Instituts heißt es, der erstmalige Nachweis der Schweinepest in Tschechien sei „besorgniserregend“. Es sei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Krankheit durch Menschen und nicht durch Wildschweine eingeschleppt wurde. Daher werden insbesondere Jäger und Landwirte, aber auch Reisende darauf aufmerksam gemacht, beim Umgang mit tierischen Produkten wie Jagdtrophäen und Fleisch besonders sorgfältig zu sein.

In vielen Regionen in Deutschland und Europa haben Jäger ohnehin schon alle Hände voll zu tun, die steigenden Schwarzwildbestände unter Kontrolle zu bringen. In Mecklenburg-Vorpommern wird beispielsweise die Fallenjagd erprobt (wir berichteten). In Rheinland-Pfalz hat sich eine Gemeinde dazu entschlossen, die Gebühr für die Trichinenschau zu erstatten, um Jäger zu motivieren, mehr Frischlinge zu schießen (wir berichteten). Anfang des Jahres musste das Umweltministerium in NRW Schonzeiten für Überläufer, Bachen und Keiler kippen, um Wildschäden einzudämmen (wir berichteten). 

Zur Begrenzung von Wildschäden kommt nun also auch noch die Seuchengefahr, die Jäger minimieren sollen. Die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland hätte verheerende Folgen für Wild- und Hausschweine und die Landwirtschaft. Für den Menschen ist die Viruserkrankung allerdings nicht gefährlich.

Woran man infizierte Tiere erkennt und welche Verhaltensregeln Jäger und Reisende beachten müssen, können Sie in unserem Interview mit Dr. Sandra Blome vom Friedrich-Loeffler-Institut nachlesen (hier klicken).

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