Alarmierende Rückgänge seltener Arten  

Landesbund für Vogelschutz veröffentlicht Jahresbilanz. Besonders das Birkhuhn und die Fluginsekten bereiten Sorgen. 

Birkhuhn auf Wiese

Foto: Landesbund für Vogelschutz (LBV)

Die Verlierer und Gewinner der Jahresbilanz 2017 des Naturschutzes in Bayern gab der Landesbund für Vogelschutz (LBV) nun in einer aktuellen Pressemitteilung bekannt. Igel, Insekten und Birkhühner gehören laut LBV-Studie zu den großen Verlierern. Zugleich sorgt sich Dr. Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender, um einige besonders gefährdete Lebensräume.

Auffällig ist der Rückgang des Insektenvorkommens in ausgewählten außerbayerischen Schutzgebieten. Bei Schwebfliegen lässt sich zum Beispiel bei Langzeituntersuchungen ein Verlust von 27 Prozent der Arten sowie 84 Prozent der Individuen feststellen. „Doch gerade die gewöhnlichen Arten, deren Leistung als Bestäuber für uns und unsere Landwirtschaft so wichtig sind, dürften wohl die besonders leidtragenden sein“, so Norbert Schäffer in der Pressemitteilung.

Doch nicht nur die Zahl der Insekten ist rückläufig, zu den Verlierern 2017 zählt auch der Braunbrustigel. Auf der Roten Liste der Säugetiere Bayerns steht der Insektenfresser wegen der rückläufigen Bestandsentwicklung schon auf der Vorwarnliste.

Das Birkhuhn hingegen ist ohnehin schon sehr selten und nur noch im Voralpenraum anzutreffen. Nur dank aufwendiger Pflegemaßnahmen und regelmäßiges Aussetzen neuer Tiere sei es möglich, die letzten Bestände an der Rhön zu erhalten.

Besonders das Jahr 2017 bracht einen Rückschlag für die Birkhuhn-Population im Alpenraum: Der Alpenplan, der seit 45 Jahren den Erhalt von Freiräumen und Ruhezonen in den bayerischen Bergen garantiert, wurde erstmalig geändert, heißt es in der Pressemittelung.

Dennoch hat der Landesbund für Vogelschutz auch Erfolge zu vermelden, wie beispielsweise beim Böhmischen Enzian: „In einem LBV-Artenschutzprojekt werden mit viel Aufwand Samen gewonnen und in intensiver Anwuchs-Pflege aufgezogen. So konnten 2016 erste Keimerfolge gemeldet werden, 2017 ließ sich dieser Erfolg fortführen“, berichtet Norbert Schäffer.

Auch die Bestände des Weißstorches und der stark bedrohten Fledermausart Große Hufeisennase konnten sich dank intensiver Artenschutzprogramme erholen.

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