ASP: Rheinland-Pfalz beschließt Fallwildprämie

Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) gibt auf dem Fachgipfel in Mainz weitere Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest bekannt.

Wildschwein

Foto: Dieter Hopf

„Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann sie zu uns kommt“, sagt jetzt auch Günther Klein vom Landesjagdverband Rheinland-Pfalz. Auf einem Fachgipfel am Montag in Mainz diskutierten Landesjagdverband, Tierärzte, Kreisverwaltungen sowie Vertreter der Bauernverbände über mögliche weitere Maßnahmen gegen die herannahende Afrikanische Schweinepest. Nachdem Rheinland-Pfalz bereits das Verbot künstlicher Lichtquellen bei der Schwarzwildjagd gekippt hatte (wir berichteten), soll nun noch intensiver gegen einen möglichen Ausbruch der Seuche vorgegangen werden, heißt es in einem Bericht des SWR.

Grünen-Umweltministerin Ulrike Höfken stellte dabei eine der Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest vor: „Für die Beprobung von Fallwild erhalten Jägerinnen und Jäger jeweils 50 Euro. Außerdem übernimmt das Ministerium das Porto zum Versand der Probe“, erklärte die Ministerin einer Pressemitteilung des Umweltministeriums zufolge. Als besonders wichtig stellte sie das Aufspüren und die Untersuchung von verendeten Wildschweinen heraus. Im Anschluss an die Diskussionen betonte sie jedoch auch, dass man bereits einen guten Handwerkskasten im Kampf gegen solche Seuchen habe.

Zur Aufklärungssituation äußerte sich die Tierseuchenexpertin Silvia Eisch-Wolf vom Landesuntersuchungsamt in Koblenz. Alle beteiligten Personen und Institute seien umfassend informiert, was im Fall eines Ausbruchs zu tun sei. Auch Erntehelfer und Saisonarbeiter aus Osteuropa sowie Lastwagenfahrer würde man gezielt aufklären, um eine Einschleppung von infizierten Lebensmitteln, zum Beispiel durch weggeworfene, infizierte Wurstbrötchen, zu verhindern. Dazu trage auch eine Aufklärungskampagne des Landesbetriebs Mobilität bei. Dieser befestigte Schilder an den Autobahnraststätten mit Hinweisen zur richtigen Entsorgung von Speiseresten.

Im Falle eines Ausbruchs der Seuche werde man Sperrzonen für infizierte Gebiete einrichten. „Wenn möglich errichtet man einen Zaun um das Kerngebiet“, erläuterte Silvia Eisch-Wolf. Zäune habe man noch nicht angeschafft, hier sei man jedoch bereits in der Vorbereitung. In dieser Zone kämen dann die Jäger zum Einsatz. „In der Kernzone streben wir eine wirklich systematische Verringerung des Bestandes an, am besten gegen Null“, berichtete die Tierseuchenexpertin.

Günther Klein vom Landesjagdverband drängte indes auf weitere Möglichkeiten für Jäger. Er sieht beispielsweise den Einsatz von Nachtzieltechnik für gerechtfertigt, gibt allerdings ebenfalls zu bedenken: „Das ist dann nicht mehr Jagd, das ist Seuchenbekämpfung.“

Kurt Alexander Michael, Präsident des Jagdverbands, sprach sich darüber hinaus für eine Abschaffung der Hundesteuer für Jagdhunde aus. Die Hunde seien eine wichtige Unterstützung für die Jäger bei ihrer Arbeit. Auch forderte er vom Staat eine größere Förderung bei der Verarbeitung und Vermarktung des Wildfleisches.

Weitere Antworten und Fakten zur Afrikanischen Schweinepest können Sie hier nachlesen.

Update

Wie Outfox-World im Gespräch mit dem Landesjagdverband Rheinland-Pfalz erfuhr, handelt es sich bei der in verschiedenen Medien ausgespielten Information zur Abschussprämie um einen Fehler. Pressereferent Günther Klein erklärte gegenüber Outfox-World, dass die Prämie von 50 Euro lediglich für Fallwild gelte, also tot aufgefundene Tiere. Hiervon ausgenommen seien Wildschweine, die einem Wildunfall zum Opfer fallen.

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