Bauern finden Wolfsverordnung „komplett untauglich“

Der Bauernbund Brandenburg übt heftige Kritik an dem von der Landesregierung vorgelegten Entwurf für eine Wolfsverordnung.

Wolf

Foto: christels

Der Bauernbund Brandenburg lehnt den jetzt von der Landesregierung präsentierten Entwurf für eine Wolfsverordnung als „komplett untauglich“ ab. „Nach diesem Papier wird in Brandenburg nie ein Wolf geschossen, der Weidetiere bedroht, insofern brauchen wir darüber auch nicht weiter zu reden“, erklärte Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung laut einer Pressemitteilung. Der Verordnungsentwurf sieht zunächst das Verscheuchen und die Vergrämung von auffälligen Wölfen vor.

Jung bemängelte, dass sämtliche Argumente unberücksichtigt geblieben seien, die von den Bauern in den vergangenen sechs Monaten vorgebracht wurden. Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger hatte anlässlich der Vorstellung des Entwurfs hervorgehoben, bei der Erarbeitung habe man „nicht nur auf die Expertise in der Landesverwaltung gesetzt, sondern viele Akteure eingebunden, die Anregungen zum Umgang mit Wölfen einbringen können“. Streit rund um das Thema werde es ganz sicher auch in der Zukunft geben – „aber wir wollen und müssen Schritt für Schritt zu einem bundesweit einheitlichen Wolfsmanagement kommen. Unsere Wolfsverordnung kann hierzu einen Beitrag leisten“, sagte der Minister laut einer Pressemitteilung.

„Erst sollen wir teure Zäune bauen, die nirgendwo auf der Welt funktionieren, dann sollen wir den Wolf mit Mitteln erschrecken, die nirgendwo auf der Welt funktionieren, dann sollen wir ihn lebend fangen, obwohl ihn niemand haben will.“

Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung

Der Bauernbund kritisierte weiter, die geplante Wolfsverordnung fordere von den wirtschaftlich ohnehin gebeutelten Weidetierhaltern enorme zusätzliche Anstrengungen, bevor überhaupt ein Abschuss in Erwägung gezogen werde. Geschäftsführer Reinhard Jung, der selbst als Bio-Landwirt in der Prignitz Mutterkühe mit Kälbern auf der Weide hält, sagte: „Erst sollen wir teure Zäune bauen, die nirgendwo auf der Welt funktionieren, dann sollen wir den Wolf mit Mitteln erschrecken, die nirgendwo auf der Welt funktionieren, dann sollen wir ihn lebend fangen, obwohl ihn niemand haben will.“ Selbst wenn das alles versucht worden sei, bleibe laut dem Entwurf der betroffene Landwirt der Willkür der Behörden ausgeliefert und habe kein Recht, seine wehrlosen Tiere zu verteidigen.

Die Landesregierung erinnerte der Bauernbund daran, dass ihm auf den landesweiten Wolfswachen im April noch für dieses Jahr eine Verordnung versprochen worden sei, nach der Problemwölfe unbürokratisch zum Abschuss freigegeben werden. Angesichts der rasanten Vermehrung der Wölfe und ständig steigender Nutztierrisse müsse dieser Zeitplan eingehalten werden, betonte Jung: „Wir haben noch Zeit bis zum 31. Dezember und bieten erneut unsere konstruktive Zusammenarbeit an.“

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!