Bauernbund fordert große „wolfsfreie Zonen“

In Brandenburg sieht die Interessenvertretung bäuerlicher Familienbetriebe keine Chance mehr auf einen Kompromiss mit der Landesregierung.

Wolf

Foto: hansharbig

Der Bauernbund Brandenburg ist mit der Geduld nun komplett am Ende. Nach eigenen Angaben sieht die Interessenvertretung der bäuerlichen Familienbetriebe keine Chance mehr, mit der Landesregierung beim Thema Wolf „nach einem Jahr ergebnisloser Zusammenarbeit“ noch einen Kompromiss zu finden. Der Bauernbund kündigte an, den „Widerstand der Landbevölkerung“ gegen den Wolf zu organisieren, und erhob die Forderung, große Teile Brandenburgs zur „wolfsfreien Zone“ zu machen.

Laut einer Pressemitteilung erklärte Bauernbund-Präsident Marco Hintze: „Das Wolfsmonitoring ist fehlerhaft, die Wolfsverordnung ist wirkungslos, das Wolfsmanagement ist gescheitert.“ Bereits als Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) die neue Brandenburger Wolfsverordnung (BbgWolfV) im Dezember unterzeichnete, äußerten Verbände des ländlichen Raums ihre herbe Enttäuschung (wir berichteten). Hintze, der selbst 80 Mutterkühe auf der Weide hält, betonte nun: „Alle unsere Kompromissvorschläge wurden nicht beachtet, die Zeit des Verhandelns ist vorbei.“ Überall dort, wo Menschen und Weidetiere seien, müssten Wölfe konsequent gejagt werden.

Unter der Internet-Adresse www.wolfsfreiezone.de können sich alle Bürger, die die Forderungen des Bauernbundes unterstützen, ab sofort eintragen und vernetzen. Am 9. März sollen an mindestens 15 Standorten in Brandenburg und Berlin Mahnfeuer veranstaltet werden. Noch im Frühjahr will der Bauernbund sich zu der Frage äußern, unter welchen Bedingungen Jäger und Landwirte sich bereits heute gegen Wölfe wehren dürfen. Weitere Aktionen seien für das gesamte Jahr geplant, sagte Hintze: „Wir lassen uns die ökologische Weidetierhaltung nicht durch falsch verstandenen Naturschutz kaputt machen.“

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