Behörden-Irrsinn: Jäger muss Wildwarnreflektoren beseitigen

Warnreflektoren können bei der Vermeidung von Wildunfällen erhebliche Dienste leisten. Wie engagierte Jäger jedoch bei der Anbringung mit der Behördenbürokratie zu kämpfen haben, zeigt ein Beispiel aus Ummern in Niedersachsen.

Auf Deutschlands Straßen ereignet sich etwa alle zwei Minuten ein Wildunfall (wir berichteten). Vor allem Jäger bringen daher deutschlandweit Warnreflektoren an, um die Gefahr von Unfällen zu verringern. Diese Intention hatte auch Jäger Jürgen Laue aus dem niedersächsischen Ummern. Er befestigte blaue Warnreflektoren an den Leitpfosten entlang der Straßen um den Ort. Daraufhin wurde er mit der Bürokratie der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr konfrontiert, berichtet die Aller-Zeitung.

Die Behörde bestimmte, dass der Jäger seine eigens gekauften Reflektoren wieder entfernen müsse. Die Begründung: Laue habe zur Anbringung keine Erlaubnis durch Abschluss eines Nutzungsvertrages gehabt. Doch auch ein nachträglicher Abschluss käme nicht in Frage. Das bedeutet für den Jäger, seine Reflektoren wieder abzumontieren. Die Wildwarnreflektoren sollen laut der Behörde nur partiell an Abschnitten mit erhöhter Anzahl von Wildunfällen eingesetzt werden, nicht flächendeckend wie auf der entsprechenden Strecke von Ummern bis zur Kreisgrenze Celle.

Ernst-Dieter Meinecke, Vorsitzender der Jägerschaft Gifhorn, kritisiert das Verhalten der Landesbehörde. Er sieht mit mehr als 1.300 Wildunfällen jährlich eine steigende Gefährdung im Kreis Gifhorn. Dieser habe Jürgen Laue mit den Reflektoren entgegenwirken wollen und diese sogar aus eigener Tasche bezahlt. „Viele Jäger können nicht nachvollziehen, dass er jetzt für sein präventives und ehrenamtliches Handeln zur Verantwortung gezogen wird“, bemängelte Meinecke gegenüber der Aller-Zeitung. Auch Thomas Reuter, Sprecher der Kreisjägerschaft, sieht den Umgang der Behörde mit der Situation problematisch: „Formal hat die Behörde richtig gehandelt, aber etwas mehr Fingerspitzengefühl wäre angebracht gewesen“.

Warnreflektoren sind nur eine Möglichkeit zur Bekämpfung von Wildunfällen. Vermehrt werden auch Methoden wie Ultraschall oder Smartphone-Apps eingesetzt (wir berichteten). Dabei wird auf Informationen aus der Jägerschaft zurückgegriffen, die sich auch in der Entwicklung neuer Methoden engagiert.

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