Beispielhaft: Biker und Förster kommen ins Gespräch

Experte des Königsteiner Forstamts traf sich erstmals mit Mountainbikern aus der Region. Dabei ging es vor allem um Aspekte des Naturschutzes.

Mountainbiking im Wald

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Der Wald ist nicht nur Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern auch Aktionsraum für Menschen mit unterschiedlichsten Interessen. Die einen suchen Ruhe, die anderen wollen sich sportlich austoben. Und bei all dem soll natürlich die Tier- und Pflanzenwelt nicht leiden. Dialog und Austausch sind daher das A und O, wenn im Wald alles zur Zufriedenheit aller laufen soll. Was Geocacher und Jagdpächter in Baden-Württemberg gerade vorgemacht haben (wir berichteten), soll jetzt auch in Hessen ausprobiert werden: Wie die Taunus-Zeitung berichtet, traf sich erstmals ein Mitarbeiter des Königsteiner Forstamts mit Mountainbikern aus der Region, um ihnen die Interessen von Hessen Forst deutlich zu machen. Dabei sei es ihm gelungen, manchem Sportler „die Augen zu öffnen“ und zugleich Anregungen für die Arbeit der Forstfachleute mitzunehmen.

Für den Mountainbike-Verein „Gravity Pilots“ verdeutlichte Sebastian Kammerer bei dem Treffen mit Forstamts-Bereichsleiter Hubertus Behler-Sander, die Radler hätten grundsätzlich erkannt, dass das illegale Anlegen von Wegen letztlich ihrem gesamten Sport schade. Ihnen sei jedoch an interessanten Strecken gelegen, um ihrem Freizeitvergnügen nachzugehen. Daher sei es vor allem wichtig zu wissen, weshalb man in gewissen Gebieten nicht fahren dürfe.

Forst-Experte Behler-Sander bezeichnete dem Bericht zufolge zwar auch die Begegnungen von Fußgängern und Bikern im Wald als nicht ganz problemlos. Letztlich seien für Vorgaben und Verbote aber naturschutzrechtliche Aspekte entscheidend. So gebe es beispielsweise am Feldberg viele eigentlich gesperrte Strecken, die immer wieder genutzt würden – und das, obwohl in dem Bereich reichlich Rotwild sein Rückzugsgebiet habe. Wer dort abseits der Wege fahre, könne daher viel Schaden anrichten. Mountainbiker Kammerer beteuerte hingegen, die Mehrheit seiner Sportskameraden sei schon jetzt „brav unterwegs“.

Dass es überaus wichtig ist, im Wald „brav unterwegs“ zu sein, hat in einem Interview mit Outfox-World auch der Forstwissenschaftler Jens Düring vom Bund Deutscher Forstleute betont. Für Wildtiere werde es kritisch, wenn Menschen bei Tag und Nacht im Wald aktiv seien, erklärte Düring. „Das bedeutet dann Stress für das Wild. Es hat keine Erholungspausen mehr, kann nicht in Ruhe Nahrung aufnehmen. Darunter kann auch die Vitalität leiden und die Überlebensfähigkeit.“ (Das komplette Interview lesen Sie hier.)

Bei dem Treffen mit den Mountainbikern unterstützte Forstexperte Behler-Sander abschließend Sebastian Kammerers Wunsch nach noch mehr Mitgliedern für seinen Biker-Verein. Denn dann gäbe es schließlich auch noch mehr organisierte Sportler, mit denen die Förster sprechen könnten – zum letztlichen Nutzen beider Seiten.

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