Berliner Sumpfkrebse: Von der Plage zur Delikatesse?

Amerikanische Sumpfkrebse haben sich in Berliner Gewässern massiv vermehrt. Sie richten dort enorme Schäden an. Jetzt werden tausende Exemplare gefangen und sinnvoll verwertet.

Amerikanischer Sumpfkrebs

Symbolbild: makamuki0

Mit Rückendeckung durch den NABU bläst die zuständige Berliner Umweltverwaltung auch dieses Jahr wieder zur Krebs-Jagd, berichtet der Berliner Kurier. Man habe das Fangrecht einem Fischereibetrieb überlassen. Anders als im Vorjahr, wo die gefangenen Krebse noch in Biogasanlagen entsorgt wurden, stünde nun fest, dass die Tiere nicht mit Schwermetallen und Schadstoffen belastet seien. „Es wurden keinerlei Grenzwerte überschritten“, betont Derk Ehlert von der Senatsverwaltung gegenüber der Zeitung.

Für den Fischereibetrieb ergeben sich somit neue Möglichkeiten. Die gefangenen Krebse sollen an Gastronomen und Privatleute verkauft werden. In seinem ursprünglichen Lebensraum stelle der Krebs eine beliebte Delikatesse dar, die vielfältig zubereitet werden könne. Vorläufig bis Ende dieses Jahres darf der Betrieb nun so viele Krustentiere erbeuten, wie er kann. Bereits in der ersten Woche wurden mehr als 3.000 Krebse gefangen, berichtet RTL.

Ob mutwillig oder durch Unachtsamkeit ­– man weiß bis heute nicht, wie die Amerikanischen Sumpfkrebse in diverse Berliner Gewässer gelangt sind. Der Umwelt schaden die Tiere allerdings eindeutig. Sie vermehren sich nicht nur außergewöhnlich schnell, sondern bedrohen auch heimische Flusskrebse durch die „Krebspest“. Diese hochansteckende Krankheit kann ganze Populationen europäischer Arten ausrotten, während das amerikanische Pendant dagegen immun ist. Eine Einschleppung in die größeren Fließgewässer rund um Berlin wäre also entsprechend fatal und soll durch das Abfischen verhindert werden.

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!