Betretungsverbot lässt Emotionen hochkochen

Symbolbild

Zwischen Jägern und Jagdgegnern kommt es immer wieder zu emotionalen Debatten und Auseinandersetzungen. Das jüngste Beispiel stammt aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Die dortige Rentkammer hat ein Waldbetretungsvebot in einem Forst in der Nähe von Fischelbach beschlossen. Jagdgegner reagieren auf dieses Verbot erbost, vor allem via Facebook machen sie ihrem Ärger Luft.

Um den Fall richtig einordnen zu können, muss man ein Jahr zurückblicken. Im Herbst 2015 war der Naturfotograf Mirko F. im besagten Waldstück aufgetaucht und hatte dort einen Jäger bei der Jagd auf einen Hirsch gestört. Der Kreis Siegen-Wittgenstein als Untere Jagdbehörde veranlasste daraufhin ein Bußgeldverfahren gegen F., das in der Folge jedoch eingestellt wurde. Dennoch sah sich die Jagdbehörde anschließend massiven Anfeindungen aus der Szene der Jagdgegner ausgesetzt.

Ein Jahr später schwelt der Konflikt noch immer. Als Reaktion auf die Jagdstörung hat die Rentkammer Wittgenstein die Waldsperrung auf Zeit durchgesetzt. Für die Dauer der Brunft, vom 1. September bis 15. Oktober, wird dort das Waldbetretungsrecht außer Kraft gesetzt. „Das kommt häufiger vor und ist ein völlig normaler Vorgang“, sagte Forstamtsleiter Diethard Altrogge gegenüber Outfox-World. In keiner der anderen Sperrflächen der Gegend gebe es derartige Probleme wie derzeit in Fischelbach.

Die Jagdgegner um Mirko F. wollen die Sperrung unterdessen nicht akzeptieren und lassen ihrer Wut über die Entscheidung freien Lauf – vor allen in den Kommentarspalten bei Facebook. Dort kam es in den letzten Tagen immer wieder zu verbalen Angriffen und persönlichen Beleidigungen in Richtung Jägerschaft.

F. sei in dieser Hinsicht kein Unbekannter, sagt Altrogge. Immer wieder falle der Naturfotograf und Jagdgegner durch üble Beschimpfungen gegenüber Jägern auf. Auf seinem Blog, auf dem er sich aktiv und allzu deutlich gegen die Jagd positioniert, teilte er unterdessen vor ein paar Tagen mit, was er von dem Waldbetretungsverbot hält: „Waldsperrung wegen Jagdausübung? Dafür ist eine Sperrung ganz sicher nicht zulässig, denn das allgemeine Interesse überwiegt wohl das Interesse einzelner Hobbyjäger.“

Forstamtsleiter Altrogge empfiehlt F., „sich das Landesforstgesetz einmal genauer anzuschauen“, dann werde er sehen, „dass die Waldsperrung absolut rechtens“ sei. In der Tat heißt es in Paragraph 4 des Gesetzestextes:

(1) Der Waldbesitzer kann den Zutritt zu bestimmten Waldflächen tatsächlich ausschließen, untersagen oder zeitlich beschränken (Sperren von Waldflächen). Er bedarf hierzu der vorherigen Genehmigung durch die Forstbehörde. 

(2) Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die Waldfläche nur für eine bestimmte Frist gesperrt werden soll und die Sperrung aus wichtigen Gründen des Forstschutzes, der Waldbewirtschaftung, der Wildhege oder der Jagdausübung erforderlich ist. Die Genehmigung kann widerrufen oder eingeschränkt werden, soweit ihre Voraussetzungen entfallen sind.

Man könnte annehmen, dass der Hinweis auf das geltende Gesetz den Jagdgegnern in dieser Diskussion den Wind aus den Segeln nimmt. Doch ist wohl nicht davon auszugehen, dass die hitzig und unsachlich geführte Debatte allzu schnell ein Ende findet. Mirko F. hat bereits angekündigt, dass er die Verbotsschilder im Fischelbacher Wald lediglich „zur Kenntnis nehmen“ werde.

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