Bielefeld: Tierrechtler werben mit Jagdstörung bei Drückjagd

Im nordrheinwestfälischen Bielefeld sorgt eine große Gesellschaftsjagd für Furore. Tierrechtsaktivisten warben bei Facebook mit ihrer Jagdstörung. Trotzdem zog der verantwortliche Amtstierarzt ein positives Fazit.

Wildschwein hetzt über Waldweg

Symbolbild: Benedikt Füchtner

Man hätte es fast ahnen können. Eine vorab angekündigte Drückjagd mit rund 100 Teilnehmern sorgt im Nachhinein für Aufsehen. Weil die Jagd in direkter Nähe zur vielbefahrenen Autobahn 2 stattfand, wurde sie im Vorhinein in vielen Medien angekündigt. Dies brachte etliche Jagdgegner auf den Plan. Auf der Facebookseite von Tierretter.de werben die Macher damit, den ganzen Tag über die Jagd gestört zu haben. Sie schreiben: „Seit heute Morgen um 6 Uhr behindern wir, gemeinsam mit Tierrechtsaktivist*Innen verschiedener Gruppen, eine großangelegt Wildschweinjagd. 100 Jäger*Innen sind hier in Bielefeld, direkt an der A2 unterwegs um unschuldige Lebewesen zu ermorden, wir werden bis zum Schluss versuchen zu stören und Leben zu retten!! Jagd ist Mord und wird es immer sein!!“

Dass die Jagd Sinn und Zweck erfüllt, ist den „Aktivisten“ anscheinend vollkommen egal. Auch, dass Jagdstörung rechtliche Konsequenzen haben kann. Ein Sprecher der Polizei-Pressestelle in Bielefeld sagte Outfox-World gegenüber, dass es aber bisher keine Einsätze oder Hinweise auf Straftaten gegeben habe. Dies bestätigte auch der verantwortliche Amtstierarzt Hans-Helmut Jostmeyer. Er zog am Telefon sogar ein positives Fazit: Es habe zwar den ganzen Tag über Störungen durch Äste und kleinere Blockaden gegeben, man habe sich aber nicht provozieren lassen. Wichtig war Jostmeyer außerdem, dass die Öffentlichkeit für das Thema Seuchenprävention und Afrikanische Schweinepest sensibilisiert wurde. Daher sah er trotz überschaubarer Strecke von 20 Sauen die Jagd als Erfolg an. 

Die Jagd auf Wildschweine in Bielefeld und ganz Deutschland ist zurzeit wichtiger denn je – die Bestände müssen zur Seuchenprävention massiv verringert werden. Politiker und Behörden bitten Jäger fast wöchentlich um Hilfe und streichen Schonzeiten, loben Abschussprämien aus (wir berichteten) oder lassen Jagd-Erleichterungen wie Taschenlampen zu (wir berichteten). Selbst über den Einsatz von Nachtsichtvorsatzgeräten bei der Jagd wird mittlerweile immer wieder diskutiert. Zuletzt bat NRWs Staatssekretär Botterman die Jägerschaft um Hilfe im Kampf gegen die drohende Afrikanische Schweinepest (ASP) und strich die Schonzeiten für das Schwarzwild bis 2021 (wir berichteten).

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