Bleifreie Munition als Ursache für Fehlschuss?

Eigentlich wollte der Jäger ein Reh treffen, der Schuss prallte aber ab und schlug in den verglasten Eingangsbereich eines Hauses ein. Der Jäger macht die bleifreie Munition dafür verantwortlich.

Munition

Symbolbild: Steve Buissinne

Bei der Jagd auf ein Reh setzte ein Jäger zum Schuss an. Das Reh wurde verfehlt, stattdessen landete das Projektil im verglasten Eingangsbereich eines Hauses – ein Vorfall, der sich schon 2014 ereignete. Wie die österreichische Tageszeitung „Die Presse“ berichtet, wurde aber jetzt vom Verwaltungsgerichtshof geklärt, ob der Jäger seine Jagdkarte behalten durfte.

Die genauen Positionen von Jäger und Reh ließen sich nicht mehr richtig nachempfinden. Fest steht aber: Der Jäger schoss nicht von einem Hochsitz, sondern vom Boden, von einer Kuppe aus, auf das Reh. Da das Projektil verformt war, muss es von einem harten Gegenstand, wie etwa einem Stein, abgeprallt und dann in dem verglasten Eingangsbereich gelandet sein. Durch die niedrige Schussposition konnte sich der Jäger nicht sicher sein, ob der Erdboden einen sicheren Kugelfang bieten würde. Die Bezirkshauptmannschaft sah darin die öffentliche Sicherheit gefährdet. Dementsprechend sollte der Jäger seine Jagdkarte für ein Jahr und zehn Monate abgeben, ebenso lange wurde er als Jagdschutzorgan abberufen.

Der Jäger kämpfte dem Bericht zufolge gegen den Bescheid zunächst beim Landesverwaltungsgericht Oberösterreich an. Er machte die bleifreie Munition für den fehlgeleiteten Schuss verantwortlich. Sie fliege beim Abprallen deutlich weiter als bleihaltige Munition, 747 statt 516 Meter. Das sei in der Werbung nie erwähnt worden, deswegen habe er es nicht wissen können.

Dass der Abprall nicht „kalkulierbar gewesen“ sei, dem stimmte das Verwaltungsgericht zu. Es war davon überzeugt, dass die jagdliche Verlässlichkeit des Jägers durch einen Zwischenfall in 30 Jahren nicht abgesprochen werden könne. Das Gericht ließ eine Revision zu, um dem Verwaltungsgerichtshof als dem höchstem Gericht eine Abkehr von dieser Rechtsprechung zu ermöglichen.

Der Verwaltungsgerichtshof sah die Sache dann auch anders: „In der Verwendung von Munition, die die mitbeteiligte Partei bezüglich ihrer schießtechnischen Eigenschaften nicht hinreichend einschätzen konnte, manifestiert sich eine besondere Sorglosigkeit im Umgang mit Waffen bzw. jagdlicher Munition, woraus eine besondere Gefährdung für Unbeteiligte resultiert“, hieß es seitens des Gerichts laut Zeitungsartikel. Die Jagdkarte wurde dem Mann daher schließlich doch entzogen.

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