CIC-Generalversammlung: „Jagdverbote gehören verboten!“

CIC Generalversammlung in Brüssel

Foto: CIC / Von links: Umwelt-Staatssekretär Prince Mupazviriho, Simbabwe; Barbara Thomson, Vize-Ministerin für Umwelt, Südafrika; Karl-Heinz Florenz, Mitglied des Europäischen Parlaments, Deutschland

350 Mitglieder des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) trafen am 22. und 23. April in Brüssel zur 63. Generalversammlung der 1928 gegründeten Jagdorganisation zusammen. Teilnehmer aus 34 Ländern diskutierten unter dem diesjährigen Thema „Jagd ist Naturschutz“ aktuelle Fragen der nachhaltigen Jagd, vor allem zu den politischen Bemühungen in Europa, sie einzuschränken oder gar zu verbieten.

Hochrangige Teilnehmer aus Afrika – neben Südafrika waren vor allem auch die CIC-Staatsmitglieder Namibia, Sambia und Simbabwe vertreten – nutzten das Forum, um aufzuzeigen, wie wichtig der Jagdtourismus in ihren Ländern für den Erhalt der Natur und für die Lebensbedingungen der Menschen auf dem Land ist. Millionen von Hektar Land, die jetzt umweltfreundlich für Hegejagd genutzt werden, würden dem Naturschutz bei einem Jagdverbot in Afrika verloren gehen. Dies hätte das Verschwinden von Millionen Wildtieren zur Folge, und hunderttausende Menschen würden ihren Job verlieren. Die Vertreter Afrikas verurteilten scharf, dass man in Europa über ihre Naturschutzpolitik entscheiden will und sie meistens noch nicht einmal gefragt werden. „Wir schreiben Euch doch auch nicht vor, wie Ihr Ski fahren sollt“, hieß es.

Der CIC hatte die Europaabgeordneten, die eine gerade gescheiterte Resolution gegen die Afrikajagd im EU-Parlament eingebracht hatten, eingeladen, um der Versammlung ihre Haltung zu erläutern. Niemand von diesen hatte den Schneid, Stellung zu nehmen. Vielleicht fehlten aber auch die Argumente.

Ausführlich diskutierte die Versammlung mit Vertretern der EU-Kommission. Diese machten deutlich, dass sie keinesfalls eine Einschränkung der Afrikajagd im Auge haben. Vertreter der EU-Generaldirektion Entwicklung unterstrichen die Bedeutung der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen, auch in Afrika. Der CIC ist dennoch der Meinung, dass die Vorschläge der EU-Kommission für die bevorstehende CITES-Artenschutzkonferenz in Südafrika überzogen sind. In der Praxis könnten sie die Jagd durch einen Wust neuer bürokratischer Vorschriften erdrosseln. Zusammen mit den afrikanischen Partnern wird der CIC deshalb die verbleibenden Monate bis zur Konferenz nutzen, um den Widerstand zu organisieren.

„Jagdverbote gehören verboten!“ Dieses Zitat aus einem Kabinettsbeschluss der Regierung von Namibia bringt als Zusammenfassung die Beratungen des CIC in Brüssel auf einen Nenner.

In Zukunft wird George Aman aus der Schweiz den CIC leiten. Nach sechs Jahren war die Amtszeit von Bernard Lozé aus Frankreich abgelaufen.

Die internationale „Plattform für das nachhaltige Management von Wildtieren“, ein Zusammenschluss von 13 mit Wildtieren befassten internationalen Organisationen, hielt im Rahmen der CIC-Generalversammlung ihre Delegiertensitzung ab. Die jährlichen CIC-Weltkonferenzen werden zunehmend die globale Drehscheibe für die Gestaltung der Zukunft der nachhaltigen Wildtiererhaltung und der Jagd.

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