Fleisch

Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Veganer sollten zum Arzt

Diese Nachricht ist für alle Veganer wohl nur schwer zu verdauen: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) warnt vor Mangelerscheinungen bei einem ausschließlichen Verzehr pflanzlicher Lebensmittel. Wer auf tierische Produkte verzichte, müsse mit erheblichen negativen Folgen für die Gesundheit rechnen, heißt es in einem neuen Positionspapier. Darin rät die DGE allen Menschen, die sich vegan ernähren möchten, dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat einzunehmen sowie gezielt nährstoffhaltige und angereicherte Lebensmittel auszuwählen. Außerdem sollten Veganer ihre Nährstoffversorgung regelmäßig vom Arzt überprüfen lassen und darüber hinaus Beratung bei einer qualifizierten Ernährungsfachkraft suchen.

Zwar sei eine vegane Ernährung hinsichtlich der Zufuhr mancher Nährstoffe günstiger als Ernährungsformen mit tierischen Produkten. Die Zufuhr anderer Vitamine und Mineralstoffe, die hauptsächlich in Fleisch, Fisch, Milch und Ei stecken, sei jedoch bei veganer Ernährung geringer. Unter anderem seien hochwertiges Protein, Vitamin D, Riboflavin, Vitamin B12, Calcium, Eisen, Jod, Zink und Selen die kritischen Nährstoffe bei veganer Ernährung.

Das Positionspapier der Ernährungsexperten ist innerhalb weniger Monate bereits die zweite offizielle Warnung vor einer veganen Lebensweise. Pünktlich zum Weihnachtsfest 2015 hatte sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt höchstpersönlich dagegen ausgesprochen, Kinder und Jugendliche vegan zu ernähren. „Veganes Essen kann zu gefährlicher Mangelernährung führen – vor allem bei Kindern“, sagte der CSU-Politiker damals in einem Interview.

Dass sich die Anhänger der veganen Ernährung allerdings auch von den neuen DGE-Erkenntnissen nicht den Appetit verderben lassen wollen, beweist die Peta-Expertin Felicitas Kitali in einem aktuellen taz-Interview. „Das Statement der DGE spricht doch in vieler Hinsicht für den Veganismus“, findet Kitali. Es sei „immer sinnvoll, sich mit seiner Ernährung auszukennen“, und dafür sei, laut Kitali, „eine Beratung oder ein Einsteigerprogramm wie das von Peta absolut empfehlenswert“.

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