DJV will den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufnehmen

Jagdverband positioniert sich neu und fordert die Bundesregierung auf, die Basis für bundesweit gültige Wolfsmanagement-Maßnahmen zu schaffen.

Wolf

Foto: rycky21

Der Deutsche Jagdverband (DJV) positioniert sich beim Thema Wolf neu: Laut einer Pressemitteilung fordert der Verband in einem aktuellen Papier „zeitnah die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz, um bundeseinheitliche Regelungen zum künftigen Umgang mit dem Wolf auszugestalten“. Zugleich betont der DJV, dass eine generelle Bejagung des Raubtiers damit auch weiterhin nicht möglich wäre, da es über die FFH-Richtlinie der EU weiterhin streng geschützt sei.

Wenn es bisher um das Thema Wolf im Jagdgesetz ging, befürchteten viele Jäger, in Zukunft für Schäden haften zu müssen. Aktuell wäre das nicht der Fall, da der Wolf nicht in der Liste der schadenersatzpflichtigen Arten geführt wird. Allerdings würde laut DJV durch die Aufnahme ins Jagdgesetz eine Grundlage geschaffen, um bundesweit gültige Managementmaßnahmen zu erarbeiten. Im Koalitionsvertrag hatte sich die schwarz-rote Bundesregierung verpflichtet, einen gesellschaftlichen Konsens herzustellen zwischen Wolfsschutz, Sicherheit des Menschen und Erhalt der Artenvielfalt. Der Jagdverband begrüßte die Absichten der Großen Koalition im Februar bereits ausdrücklich (wir berichteten). „Wir nehmen die Politik beim Wort und erwarten, dass Konflikte offen benannt und auch gelöst werden“, betonte nun DJV-Präsident Hartwig Fischer. Wie sehr die Zeit dränge, zeige sich beispielweise daran, dass Wölfe im vergangenen Herbst erstmals Deichschafe in Deutschland tödlich verletzt hätten und auch vermehrt ausgewachsene Rinder durch Wolfsrisse getötet würden. Dies verdeutliche die Gefahren sowohl für die Landschaftspflege als auch für die „ökologisch hochwertige Grünlandwirtschaft“.

Laut der Pressemitteilung lehnt der DJV Vorstöße wie in Brandenburg und Südwestdeutschland ab, über Behörden „bewaffnete Eingreiftrupps“ zu installieren. „Wenn es um die Entnahme von Wölfen geht, muss immer der ortskundige Jäger erster Ansprechpartner sein, alles andere wäre ein inakzeptabler Eingriff ins Eigentumsrecht“, sagte DJV-Präsident Fischer. Nur wenn der Jagdausübungsberechtigte notwendige Managementmaßnahmen nicht umsetzen könne oder wolle, sollten Behörden eingreifen können.

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Einen umfangreichen Überblick über das Thema Wolf finden Sie auch hier in unserem Wolfsticker: Hier klicken!

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