Drei Wolfsangriffe in einer Woche

30 Tiere eines Schäfers in Niedersachsen wurden innerhalb einer Woche getötet oder verletzt – trotz aller Schutzmaßnahmen.

Schafe

Symbolbild

Die Herde von Schäfer Gerd Jahnke aus Südergellersen in Niedersachsen ist in der vergangenen Woche gleich dreimal angegriffen worden, berichtet der NDR. Bei den Angriffen verlor der Schäfer 12 Tiere. 18 weitere wurden zum Teil schwer verletzt und irrten anschließend in der Umgebung umher. Der Landwirt ist sich sicher, dass die Angriffe durch Wölfe verübt wurden. Die Ergebnisse einer DNA-Untersuchung durch den zuständigen Wolfsbeauftragten stehen aber noch aus.

Neben einem modernen Elektrozaun hat Gerd Jahnke dem Bericht zufolge auch neue Netze angebracht und einen Esel zu seiner Schafherde gestellt. Außerdem besitzt er einen Herdenschutzhund und hat nun als zusätzliche Abschreckung noch rotes Flatterband angebracht. Wenn es nach den Empfehlungen des Wolfsbüros, des Nabu und weiteren Organisationen geht, hat er alle nötigen Schutzmaßnahmen getroffen.

Und trotzdem schaffen es immer wieder Wölfe, sich seiner Herde zu nähern und Schafe zu reißen. Jahnke ist mittlerweile so verzweifelt, dass er nachts in einem Wohnwagen in der Nähe seiner Schafe schläft. Diese Kontrolle rund um die Uhr hält der Schäfer für notwendig, da er es sich nicht leisten kann, noch mehr Tiere zu verlieren. Dem NDR gegenüber sagte er, dass er hier die Politik in der Pflicht sieht.

Auch Joachim Rehse, Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Niedersachen, kommt in dem TV-Beitrag zu Wort. Er sieht dringenden Handlungsbedarf auf politischer Ebene. Die Schäfer würden durch das Land nicht genug unterstützt und sollte sich daran in nächster Zeit nichts ändern, würden viele Schäfer in Niedersachsen das Handtuch werfen und mit der Schafzucht aufhören.

Ganz andere Töne schlägt Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel von den Grünen in dem Beitrag an. Seiner Aussage nach seien die Schafsrisse in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr sogar seltener geworden. Außerdem würden die Schafsbestände in Niedersachsen im Gegensatz zu dem Trend in anderen Bundesländern insgesamt wachsen und es bestehe kein Grund zur Sorge.

Diesen Aussagen widerspricht der Schafzuchtverband entschieden. Viele Risse, bei denen die Identität des „Reißers“ noch ungeklärt sei, fallen aus der Statistik. Außerdem würden bislang nicht alle Risse offiziell gemeldet.

Gerd Jahnke meint, das Land sei gesättigt mit Wölfen und wenn dem nicht bald entgegengewirkt werde, stehe die Tierhaltung vor dem Aus. Es sei „dringend erforderlich, dass der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen wird und dass diese sogenannten Problemwölfe wirklich geschossen werden“, so der Appell des Niedersachsen.

Wie weiter mit dem Wolf zu verfahren ist, ist heute auch Thema beim Verbändegespräch, an dem der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Jagdverband (DJV), die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) und der Geschäftsführer des Nabu teilnehmen.

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