Dreiste Wilderer beschäftigen Jäger und Polizei

Besonders im Norden Deutschlands kommt es in letzter Zeit vermehrt zu Fällen von Jagdwilderei. Obwohl Wilderei für die meisten Menschen kein alltägliches Problem darstellt, erregen Einzelfälle oftmals auch öffentliches Interesse. So auch ein aktueller Fall im Kreis Schleswig-Flensburg. Dort beschäftigen Wilddiebe derzeit Jäger und Polizei. Wie shz.de berichtet, kommen immer wieder Unbekannte mit Gewehren in die Reviere, um dort Tiere zu schießen und das Fleisch anschließend zu verkaufen.

Dabei seien die Täter vor allem nachts aktiv und auf der Jagd nach Rehwild, wie der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Flensburg, Peter Hahn, berichtet. Denn das Fleisch sei wertvoll und man könne auch alleine einen Rehbock ins Auto laden und dann schnell vom Tatort verschwinden. Die Suche nach den Tätern gestalte sich besonders schwierig, da sie in der Regel das ganze Tier mitnehmen würden und daher kaum Spuren hinterließen, erklärte Hahn. Anzeichen dafür, dass sich Unbefugte in den Revieren rumtreiben, gebe es aber genug: „Es beginnt damit, dass das Wild sensibler auf Fahrzeuge regiert. Es spricht sich eben herum, dass aus einem Auto geschossen wird.“ Die Jäger registrieren außerdem einen abnehmenden Rehwild-Bestand in der Region.

Wie Peter Hahn dem Bericht zufolge erklärt, sei es weniger der wirtschaftliche Schaden, der den Jägern zu schaffen macht. Vielmehr sei es „die Tatsache, dass Unberechtigte mit Waffen in Wald und Flur unterwegs sind, die Straftaten begehen“. Er warnt die Jäger daher, den Wilderern selbst aufzulauern und sie zu stellen. Lieber soll jeder Zeuge fragliche Situationen aufmerksam beobachten, Autokennzeichen notieren und in jedem Fall die Polizei anrufen. Mit dieser habe man in diesem Fall sogar eine Verabredung, erläutert Hahn. „Die ist informiert und kommt, wenn irgend möglich, sofort.“

Es stehen zwar bis zu fünf Jahren Haft auf Jagdwilderei, wie der Landesobmann für Jagdschutz, Klaus Harm, gegenüber dem NDR erklärte. Jedoch liege die Aufklärungsquote bei nur rund 25 Prozent. Außerdem gebe es immer Nachfolger. Auch er warnt eindringlich davor die Wilderer selbst zu stellen und berichtet von einem anderen Fall, in dem sogar auf einen Jagdaufseher geschossen worden sein soll: „Der musste sich in die Büsche schlagen.“ Ein weiteres Problem sieht Harm bei den Jägern. Er behauptet, dass Jäger sich in manchen Fällen schwer täten, die Polizei einzuschalten, denn „es könnte ja auch der Nachbar oder ein befreundeter Jäger“ sein, der einen Fehlschuss abgegeben hat.

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