Ein Paradies für Jagd und Jäger

Der Landkreis Oder-Spree will sich auf die drohende Afrikanische Schweinepest vorbreiten. Für Jäger und Wildhändler wird vor Ort ein einzigartiges Förderprogramm gestartet. 

Rotte Wildschweine

Symbolbild: Carol Scholz

Wildbret ist ein hervorragendes Lebensmittel, gesund und bekömmlich. Das gilt auch und insbesondere für das Fleisch von Wildschweinen. Durch die drohende Afrikanische Schweinepest (wir berichteten) sind die Erlegungszahlen in der letzten Zeit massiv gestiegen. Leider klagen immer mehr Jäger über einbrechende Preise für ihr Produkt, teilweise wird das Fleisch für weniger als einen Euro je Kilo abgegeben. Häufig legen die Jäger bei jedem Schuss also noch deutlich drauf, wenn man die Kosten für Logistik, Ausrüstung und Jagdfläche dagegen rechnet. 

Der Landkreis Oder-Spree hat das Problem erkannt und bezieht eine „Vorreiterstellung“, so Helge von Giese, Sprecherin des Landesjagdverbandes Brandenburg, gegenüber der Märkischen Oderzeitung. Ab sofort fördere die Kreisverwaltung die Vermarktung von Wildschweinfleisch durch Wildhändler und Direktvermarkter. Wenn der Abnehmer dem Jäger mindestens zwei Euro je Kilo „in der Decke“ (d.h. ohne Organe, aber mit Fell und nicht zerlegt) zahle, erhalte er vom Kreis einen Euro Förderung je Kilo. Dem Landkreis gehe es damit nicht nur um die Stabilisierung des Marktpreises, sondern auch um eine Wertschätzung des Qualitätsproduktes Wildfleisch. Durch die ASP seien die Jäger zu intensiver Jagd angehalten und „wollen Tiere nicht ohne Notwendigkeit für die Tonne töten“, so Amtstierärztin Petra Senger.

Die zuständigen Verwaltungen seien überdies angewiesen, Genehmigungsverfahren für Jäger zu begleiten und zu beschleunigen, wenn diese in die Direktvermarktung ihres Wildbrets einsteigen möchten. „Wir sind leider immer noch zu unkreativ im Umgang mit Wildfleisch“, so von Giese, gerade jetzt in der Grillsaison sei Wildschwein besonders empfehlenswert.

Neben der neuen Wildfleischförderung, hält der Kreis an weiteren Maßnahmen fest. Für jedes Stück Schwarzwild, was über die Referenzmenge des Jagdjahres 2015/16 hinaus erlegt werde, erhalte der Jäger ab April 50 Euro. Weiterhin würden jagdliche Maßnahmen neuerdings gefördert: So werden Mindererträge durch die Anlage von Bejagungsschneisen (wir berichteten) in landwirtschaftlichen Kulturen den Landwirten erstattet. Ebenso können Wildäsungsflächen prämiert werden, wenn sie gezielt für die Jagd auf Wildschweine geplant sind.

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