Hase

Foto: Ryszard Adamus

Erfolge beim Artenschutz – Zahlenjongleur Remmel in der Kritik

Mehrere hundert wildlebende Arten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten wieder so positiv verbreitet, dass sie in Nordrhein-Westfalen aus der „Roten Liste“ gestrichen werden konnten. Darauf hat jetzt der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Rainer Deppe, hingewiesen. Scharfe Kritik äußerte Deppe am grünen Umweltminister Remmel. Dieser scheine sich trotz solcher Erfolgsmeldungen „daran zu ergötzen, immer wieder neue Schreckensvarianten in die Welt zu setzen“.

Zu den Arten, deren Bestand sich verbessert hat, zählen beispielsweise Feldhase, Biber, Fischotter, Wildkatze, Uhu, Rotmilan, Schwarzstorch, Bachforelle und Lachs. „An diesen guten Erfolgen müssen wir anknüpfen und weitermachen“, forderte Deppe. „Wenn wir Akzeptanz für Naturschutz haben möchten, müssen wir über die Erfolge sprechen, weil sie zeigen, wie es geht.“

Die von Umweltminister Remmel stattdessen geäußerten „Schreckensvarianten“ waren laut Deppe vor einigen Wochen dem ehemaligen Abteilungsleiter des NRW-Umweltministeriums, Prof. Dr. Wolfgang Schumacher, „zu viel geworden“. Er hatte Remmel vorgeworfen, mit falschen Zahlen zu operieren. So seien nicht, wie vom Minister fälschlicherweise behauptet, 45 Prozent, sondern circa 15 Prozent der Arten in NRW als vom Aussterben bedroht oder als ausgestorben einzustufen.

Rainer Deppe (CDU)

Rainer Deppe, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion

Diese Zahl wurde jetzt durch das Umweltministerium in der Antwort auf eine Kleine Anfrage Deppes bestätigt: Unter den rund 3.000 auswertbaren Arten lag der Anteil der „vom Aussterben bedrohten“ Arten im Jahr 1986 bei 10,9 Prozent und sank bis zum Jahr 2011 wieder auf 8,7 Prozent. Bei den „ausgestorbenen oder verschollenen Arten“ lag der Anteil im Jahr 2011 bei 9,4 Prozent.

Wie Deppe mitteilt, hatte das Landesumweltministerium Ende April gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger eingeräumt, dass man mit den übertriebenen Angaben „für das Problem sensibilisieren wolle“. Auf keinen Fall dürfe in der Bevölkerung das Bewusstsein dafür verloren gehen, dass es gelte, den Verlust der Artenvielfalt zu stoppen.

„Wie sollen wir die Menschen für den Naturschutz gewinnen, wenn der grüne Minister mit Blick auf seine vermeintliche Klientel den falschen Eindruck erweckt, dass alles immer nur schlechter werde?“, fragt sich Rainer Deppe. Offenbar glaube der Minister, mit Angst und Übertreibungen seine ideologischen Projekte wie die Biodiversitätsstrategie und das Naturschutzgesetz leichter durchsetzen zu können. In Wahrheit schade er damit dem Naturschutz.

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