Erste Thüringer Wolfsmischlinge sind tot

Die grüne Umweltministerin Anja Siegesmund hat mitgeteilt, dass inzwischen drei Hybriden erlegt wurden. Ein weiteres Tier kam an einem Bahndamm ums Leben.

Junger Wolf

Symbolbild

Neuigkeiten aus Thüringen: Drei der sogenannten „Ohrdrufer Mischlingswölfe“ sind mittlerweile erlegt worden, ein weiteres Jungtier wurde tot aufgefunden. Das hat Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) jetzt bekanntgegeben. Die Frist, die sich die Thüringer Landesregierung eigentlich zum Einfangen der insgesamt sechs herumstreunenden Jungtiere gesetzt hatte, war Anfang des Monats ohne jedes Resultat abgelaufen (wir berichteten).

Wie es in einer Pressemitteilung des Ministeriums heißt, wurden die Bemühungen zum Fang und Abschuss der Hybriden angesichts der beginnenden Weidesaison in den vergangenen Wochen intensiviert. Begünstigt durch den Wintereinbruch und das im Schnee leichtere Fährtenlesen sei so der Abschuss von drei Mischlingswölfen gelungen. Ein weiteres Tier sei am Wochenende an einem Bahngleis bei Gotha aufgefunden worden, die Gen-Analyse dauere allerdings noch an. Die drei geschossenen Tiere seien hingegen eindeutig Hybriden.

Umweltministerin Siegesmund erklärte: „Wir haben mit hohem Aufwand intensiv versucht, die Tiere lebend zu fangen, um sie in den alternativen Bärenpark nach Worbis zu bringen.“ Verabredungsgemäß seien Mittel in den Ausbau entsprechender Gehege in hoher fünfstelliger Höhe geflossen. „Bei den Fallen haben wir auf Kasten- und Schwingfallen gesetzt, die in dieser Kombination und Dichte erstmals so in der Bundesrepublik aufgestellt worden sind“, sagte Siegesmund weiter. „Seit einigen Wochen haben wir Stufe 2 der Entnahmebemühungen gezogen, also sowohl Fangen als auch Abschuss.“

„Wir haben mit hohem Aufwand intensiv versucht, die Tiere lebend zu fangen.“

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne)

Zum Monatsende – wenn die Setzzeit der Wildtiere beginnt – würden die Fangbemühungen gestoppt, heißt es in der Mitteilung weiter. Das Risiko sei zu hoch, dass durch den Fang eines Muttertiers jedweder Art die zugehörigen Jungtiere sterben. Die Abschussbemühungen für die mutmaßlich zwei verbliebenen Hybriden sollen hingegen vorerst weitergehen.

Im vergangenen Oktober hatte das Thüringer Umweltministerium bestätigt, dass die „Ohrdrufer Wölfin“ mit Hybrid-Welpen unterwegs war. Aus Artenschutzgründen empfahlen Experten sofort die möglichst schnelle Tötung der Jungtiere (wir berichteten). Vor Kurzem war bekannt geworden, dass unbekannte „Tierschützer“ offensichtlich die Bemühungen, die Mischlinge einzufangen, durch das Sabotieren von Fallen behindert hatten (wir berichteten).

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