EU: Hausverbot für Waschbär und Co.

Waschbären auf dem Dachboden

Foto: Carol Scholz

Die EU-Kommission hat entschieden: 37 invasive, also eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten sollen weg. Ihre Ausbreitung soll bestmöglich bekämpft werden. In Deutschland bedeutet das, vor allem der Waschbär soll weichen. Die EU-Kommission hat damit eine Verordnung komplettiert, die es schon seit 2014 gibt. Diese beschränkt Haltung, Verkauf und Zucht von Arten, die von anderen Kontinenten nach Europa gekommen sind. Das gilt auch für Zoos. Dort dürfen invasive Tierarten zwar weiter gehalten werden, müssen aber an Fortpflanzung und Ausbruch gehindert werden. Auch das Pflegen und Wiederaussetzen von gefunden Jungtieren durch Tierfreunde, über das gelegentlich sogar lobend im Radio berichtet wird, ist damit verboten.

Wenn möglich, soll die Verbreitung von eingeschleppten Arten eingedämmt werden – sogar eine Ausrottung ist gewünscht, sollten diese nicht schon zu sehr verbreitet sein. Das dürfte vor allem für den Waschbär gelten, der grob zwischen 1920 und 1930 wegen seines Pelzes nach Deutschland kam und mittlerweile weit verbreitet ist. Unbeliebt ist er vor allem bei Jägern und Hausbesitzern. Immer wieder verwüsten die kleinen Räuber Gartenlauben oder machen es sich auf Dachböden gemütlich (wir berichteten). Ein großes Problem sind Waschbären für das Niederwild, Vögel sowie Reptilien. Die Allesfresser verzehren Eier und Jungtiere. Da sie klettern und schwimmen können, sind auch die Vögel in den Bäumen und im Wasser lebende Kleintiere vor ihnen nicht sicher. So ist die gefährdete Europäische Sumpfschildkröte, Reptil des Jahres 2015, durch den Waschbären unmittelbar bedroht.

Der NABU lehnt die Jagd auf den Waschbären übrigens ab. Die in Jagdkreisen oft behaupteten Schäden an Niederwild oder Jungvögeln könnten angeblich nicht nachgewiesen werden. Nach der Entscheidung aus Brüssel werden die Naturschützer vom NABU wohl umdenken müssen.

Auf der Liste der 37 invasiven Tier- und Pflanzenarten stehen unter anderem das Grauhörnchen, der Kleine Mungo, der Zwergmuntiak, das Fuchshörnchen, der Rote Amerikanische Sumpfkrebs und die Schwarzkopfruderente.

Weitere Artikel zu Waschbären gibt es hier und hier.

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