EU-Kommission will Wolf weiter schützen

Umweltkommissar Karmenu Vella setzt auf die „Wahrung des Naturerbes“ und fordert eine „Koexistenz von Mensch und Wolf“.

Wolf

Obwohl sich tödliche Angriffe auf Nutztiere häufen, will die EU-Kommission den besonderen Schutzstatus des Wolfs nicht ändern. Wie der „Standard“ berichtet, verdeutlichte EU-Umweltkommissar Karmenu Vella diesen Standpunkt jetzt in Brüssel. „Es geht um die Wahrung des Naturerbes“, sagte der maltesische Politiker. Die „Koexistenz von Mensch und Wolf“ werde gebraucht.

Trotz der Klagen von Nutztierhaltern aus ganz Europa solle am strengen Schutzstatus für Wölfe festgehalten werden, betonte Vella. Er empfahl Mitgliedsländern und Tierhaltern dem Bericht zufolge, effizientere Schutzmaßnahmen zu ergreifen, etwa Elektrozäune, modernes Weidenmanagement sowie Schulungen für Landwirte. Falls finanzielle Unterstützungen erforderlich seien, stünden Fördermittel in EU-Töpfen bereit. Der Umweltkommissar sagte wörtlich: „Warum erwartet alle Welt, dass die Lösung aus Brüssel serviert wird?“ Die EU-Mitgliedsstaaten seien in der Pflicht, für Maßnahmen auf regionaler Ebene zu sorgen. 

Unterdessen ist in Brandenburg die Diskussion um den möglicherweise ersten Abschuss eines „Problemwolfs“ entbrannt. Einem rbb-Bericht zufolge plant eine Agrargenossenschaft aus dem Kreis Oberspreewald-Lausitz, beim Landesumweltamt die Entnahme eines Wolfs zu beantragen, der offenbar binnen weniger Wochen drei Kälber des Betriebs gerissen hat. Eins der Tiere wurde auf der Weide getötet, zwei starben im Stall. „An diesem Beispiel wird sich zeigen, ob die Wolfsverordnung greift und die Tötung des Wolfes durchgeführt wird“, sagte ein Sprecher des Brandenburger Bauernverbandes dem rbb. Bei Verbänden des ländlichen Raums hatte die Wolfsverordnung Ende vergangenen Jahres Kritik und Enttäuschung hervorgerufen (wir berichteten hier und hier).

Einen umfangreichen Überblick über das Thema Wolf finden Sie auch hier in unserem Wolfsticker: Hier klicken!

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