FDP findet geplante ASP-Maßnahmen „grausam“

Der Agrarexperte der niedersächsischen FDP-Landtagsfraktion kritisiert insbesondere die geplante Aufhebung des Elterntierschutzes aufs Heftigste.

Schwarzwild

Foto: Ryszard Adamus

Mit harschen Worten hat die niedersächsische FDP-Landtagsfraktion auf die Jagdgesetz-Änderungen reagiert, die die rot-schwarze Landesregierung zur Vorbereitung auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) plant. Der agrarpolitische Sprecher Hermann Grupe bezeichnete es als „grausam“ und „verfassungswidrig“, dass es laut Gesetzentwurf auch zulässig wäre, zur Aufzucht notwendige Elterntiere zu erlegen.

Diese geplante Neuregelung hätte die „Konsequenz, dass die Jungtiere elendig verhungern“, erklärte der FDP-Politiker in einer Pressemitteilung. Damit verstoße der Gesetzentwurf gegen Artikel 6b der niedersächsischen Verfassung, der dem Tierschutz Verfassungsrang einräumt. „Realitätsfern“ sei es, die moderne Jagdmethode mit Nachtzieltechnik erst für den Fall des Ausbruchs der Schweinepest zu erlauben. „Kein Jäger wird mehr als 5.000 Euro in diese Technik investieren, nur um Wildschweine zu erlegen, die er anschließend entsorgen muss“, sagte Grupe. Vielmehr müsse die Nachtzieltechnik, wie in anderen Bundesländern auch, sofort zugelassen werden, um den Jägern schon jetzt einen höheren und tierschutzgerechten Abschuss zu ermöglichen (wir berichteten). Grupe betonte, dass eine geringere Schwarzwilddichte für ein geringeres Infektionsrisiko sorge und gewonnenes Wildbret noch vor einem möglichen ASP-Ausbruch als wertvolles Nahrungsmittel genutzt werden könne.

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Die niedersächsische Landesregierung hatte am Dienstag einen Änderungsentwurf zum Landesjagdgesetz vorgestellt, um im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest gewappnet zu sein. Die Landwirtschaft im Norden ist in besonderem Maße durch Schweinehaltung geprägt. Eine Einschleppung in die Betriebe könnte weitreichende Schäden nach sich ziehen. Im Seuchenfall soll es daher laut einer Pressemitteilung unter anderem zulässig sein, sämtliche Wildschweine in den betroffenen Gebieten zu töten, um die Ausbreitung des Erregers zu verhindern. Auch eine Schussabgabe aus dem Auto heraus soll in Verbindung mit Jagden auf Wildschweine während der Maisernte erlaubt werden. Im Zuge dieser „kleinen“ Novelle des Landesjagdgesetzes soll den Jäger außerdem die Nutzung von Schalldämpfern auf Antrag erlaubt werden (wir berichteten).

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