Fischsterben nach Unfall in Biogasanlage

Die Verschmutzungen sind so stark, dass der komplette Fischbestand im Sindelbach, einem Nebenfluss der Jagst (Baden-Württemberg), bedroht ist.

Jagst

Foto: erge / Die Jagst, in die der Sindelbach mündet.

Eigentlich ist der Sindelbach im Hohenlohekreis ein besonders sauberes Gewässer, doch nun ist das Wasser braun, trüb und schaumig. Aus einer Biogasanlage ausgetretenes Gärsubstrat hat am vergangenen Wochenende ein folgenschweres Unglück im Bach verursacht. Zwischen Ingelfingen und der Bachmündung in die Jagst sind etwa 60 Kubikmeter Gärreste in den Sindelbach gelangt, wie stimme.de berichtet. Grund für die Verunreinigung ist vermutlich ein geplatztes Rohr in einer Biogasanlage.

Laut Aussage der Polizei ist damit zu rechnen, dass die Fauna im Bach auf einer Länge von etwa zehn Kilometern durch das Unglück bedroht ist: „Wir rechnen mit einem Totalausfall des Fischbestands“, erklärte Rainer Köller, Pressesprecher der Polizei Heilbronn, gegenüber der Zeitung. Um zu verhindern, dass der Bach noch weiter verunreinigt wird, haben Polizei und Landratsamt Sperren errichtet und Material abgetragen. Fischer sind derzeit damit beschäftigt, die ersten toten Fische aus dem Sindelbach zu bergen.

Die ausgetretene Flüssigkeit verursacht einen Abbau von Sauerstoff und einen Aufbau von Ammonium – tödlich für Fische und Kleinstlebewesen. Flora und Fauna der Jagst sind nach Einschätzung des Landratsamtes jedoch voraussichtlich nicht gefährdet. Besonders bitter erscheint dieser Vorfall im Hinblick auf die Jagst-Katastrophe vor zwei Jahren. Im August 2015 war es zu einem Mühlenbrand gekommen, bei dem giftiges Löschwasser in die Jagst floss und ein massenhaftes Fischsterben verursachte. Zusätzlich belastet der Fraßdruck des Kormorans die Fischbestände in der Region (wir berichteten).

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