Frühjahrsmahd: Mehrere Rehkitze tot

Unnötiges Tierleid: Nahe Göttingen hat sich ein Landwirt offensichtlich nicht an die Empfehlungen zur Grünland-Mahd gehalten. Mehrere Jungtiere sind beim Mähen seiner Wiese getötet worden.

Kitz auf der Flucht

Foto: Carol Scholz

In der Brut- und Setzzeit, wenn überall das Leben erwacht, zeigt sich die Natur von ihrer wohl schönsten Seite. Allen Naturnutzern kommt dabei eine besondere Verantwortung zu, um das Überleben des tierischen Nachwuchses zu ermöglichen. Gerade die Wiesenmahd stellt für Jungtiere häufig eine tödliche Falle dar. In der Nähe von Göttingen wurden nun mehrere Rehkitze durch einen Landwirt getötet, berichtet das Göttinger Tageblatt. Eines der Tiere wurde am nächsten Morgen von einer Spaziergängerin entdeckt, die dort regelmäßig unterwegs sei. „Wir hatten schon vor Beginn der Mähsaison gesehen, dass auf der Wiese einige Kitze abgelegt worden sind“, so die erholungssuchende Yvonne Eike-Hahne.

Bedauerlicherweise habe der zuständige Landwirt die Wiese nicht vor dem Mähen abgesucht. Das habe er ihr gegenüber auch zugegeben. Und auch der von ihr kontaktierte Jagdpächter wurde vorher nicht über die Maßnahme informiert, um die nötigen Schritte für das gezielte Durchsuchen der Wiesen in die Wege zu leiten. Die Frau werde mit weiteren Institutionen über den Fall sprechen, „um weitere tote Tiere zu vermeiden“.

Zur Vermeidung sogenannter Mähverluste gibt es für Landwirte und Jäger mehrere Möglichkeiten, die allerdings auf einer gegenseitigen Zuarbeit basieren (wir berichteten). Sowohl die Landesjagdverbände als auch Landvolk und Landwirtschaftskammer empfehlen die frühzeitige Information des Jägers durch den Landwirt. Der Revierinhaber kann die Flächen dann gezielt nach Jungtieren absuchen und sie in Sicherheit bringen. Auch der Einsatz modernster Technik, wie etwa Drohnen, bietet sich hier an (wir berichteten hier  und hier). Außerdem gibt es akustische Sensoren, sogenannte Wildwarner, die die Tiere erkennen und dann ein Signal ausstoßen, um sie zu verscheuchen. Jeder Landwirt ist zudem verpflichtet, die Flächen von innen nach außen zu mähen, um den Tieren die Flucht zu ermöglichen.

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