Geocacher und Jagdpächter einigen sich auf Regeln

An einem runden Tisch konnte der Konflikt zwischen Geocachern und Jagdpächtern im baden-württembergischen Weinstadt gelöst werden. Beide Seiten haben sich auf Bedingungen geeinigt, die das Geocaching in den Wäldern rund um Weinstadt regeln.

Offizielles Geocache

Foto: Settergren

Erholung, Ruhe und sportlichen Aktivitäten – dafür suchen besonders im Frühjahr viele die Waldgebiete auf. Auf den Wald selbst hat das meistens nur geringe Auswirkungen, wenn man ein paar grundlegende Regeln beachtet (wir berichteten). Dies ist allerdings nicht immer der Fall.

Ein regelrechter Streit ums Geocaching entbrannte im vergangenen Jahr zwischen Jagdpächtern und GPS-Schatzsuchern in Weinstadt. Dieser führte sogar dazu, dass die Stadtverwaltung im Winter kurzzeitig alle Geocachingverstecke sperren ließ – mit dem Ergebnis, dass diese im Internet auf der Plattform geocaching.com nicht mehr zu finden waren, berichtet die Welzheimer Zeitung. Oberbürgermeister Michael Scharmann – selbst auch ein begeisterter Geocacher – hat für Deeskalation unter den aufgeheizten Gemütern gesorgt. Denn seit dem von Scharmann einberufenen runden Tisch mit den Jägern und Geocachern stehen die Zeichen auf Entspannung. Geocaching wird in Weinstadt weiter erlaubt bleiben – allerdings nur mit vereinbarten Einschränkungen.

Sogenannte T5-Caches sollen in den Wäldern Weinstadts verboten werden. Diese Verstecke sind extrem schwierig zu erreichen. Ebenfalls untersagt ist das Geocaching in der Dunkelheit, wozu fluoreszierende Markierungen benötigt werden, die dann an den Verstecken in der Dämmerung oder Nacht leuchten.

Auslegen dürfen Geocacher die Verstecke nur noch innerhalb eines drei Meter breiten Streifens links und rechts neben den Waldwegen. Reviewer, die in der Geocachingszene die Aufgabe übernommen haben, Caches für Onlineplattformen wie geocaching.com freizugeben, sollen die Einhaltung dieser Regeln beachten, heißt es in dem Bericht der Zeitung weiter. Auf der Plattform soll zukünftig auch darauf hingewiesen werden, dass das Geocaching in Weinstadt nachts verboten ist.

Die Jagdpächter wollen mit der Vereinbarung Wildschäden verhindern und hoffen, dass die Geocacher sich an die Regelungen halten. Auch deren Sicherheit haben die Pächter im Blick, schließlich geht es auch um die Vermeidung von Unfällen, bei denen ein Jäger nachts im Wald versehentlich einen Geocacher mit einer Kugel treffen könnte. Mit der Einschränkung kann der Weinstädter Geocacher Gerhard Senss, der an dem runden Tisch beteiligt war, leben. „Da haben wir einen recht guten Konsens gefunden“, wird er in dem Zeitungsbericht zitiert. Nach einer Testphase wollen sich Jagdpächter und Geocacher erneut zusammensetzen, um zu besprechen, was gut läuft und was nicht. Auch gemeinsame Reinigungsaktionen stehen auf dem Plan.

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