Symbolbild: Ryszard Adamus

Gericht zeigt sich gnädig mit geständigem Jäger

Ein Jäger erlegte im vergangenen Juni versehentlich ein führendes Rotwild-Alttier und erhielt dafür einen Strafbefehl. Da sich der beschuldigte Rentner keiner Schuld bewusst war und gegen die Entscheidung Einspruch einlegte, wurde der Fall jetzt am Amtsgericht Bad Neustadt verhandelt.

Wie der Jäger einem Bericht von mainpost.de zufolge erklärte, habe er von seinem Ansitz aus beobachtet, wie zwei Alttiere mit Kälbern eine Lichtung betraten. Später folgte ein weiteres Tier, welches er nach über einer Viertelstunde Beobachtung erlegte. Dabei habe es keinerlei Anzeichen gegeben, dass es sich um ein Muttertier handelte.

Auch nach dem Aufbruch konnte der Jäger keine Milch feststellen. Erst als er das Rotwild in die Wildkammer brachte, fiel der Fehler des Jägers auf. Die Fachleute stellten dort Milch fest und waren sicher, dass das Tier ein Kalb zur Welt gebracht hatte. Der Jäger erstattete daraufhin Selbstanzeige.

Vor dem Amtsgericht erklärten die Experten des Forstamts Bad Brückenau dem Bericht zufolge, dass der Schuss eine Fehlentscheidung gewesen sei. Der Jäger hätte anhand von verschiedenen Kriterien erkennen können, dass es sich um ein Alttier gehandelt hatte. Der Staatsanwalt forderte wegen der fahrlässigen Bejagung eines für die Aufzucht notwendigen Elternteils eine Strafe von 80 Tagessätzen à 40 Euro. Die Richterin sah den Schuss zwar als Folge einer Fehleinschätzung und kritisierte die Unterscheidungsfähigkeiten des Angeklagten, jedoch erkannte sie an, dass eine richtige Beurteilung durchaus schwierig gewesen sei. Außerdem berücksichtigte sie, dass der Jäger sich selbst anzeigte und nicht versucht hatte, etwas zu vertuschen. Sie blieb mit dem Urteil von 55 Tagessätzen unter der Grenze von 60 Tagessätzen, sodass der Jäger seinen Jagdschein behalten konnte.

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