Gerichtsurteil: Kein Schalldämpfer für Jäger

Das Verwaltungsgericht in Münster sieht grundsätzlich keinen Bedarf für Schalldämpfer bei der Jagd. Die Klage eines Waidmanns wurde abgewiesen.

Krieghoff Jagdgewehr mit Schalldämpfer

Wieder eine Pleite vor Gericht. Erneut zieht ein Jäger vor Justitia den Kürzeren. Jäger hätten grundsätzlich keinen Anspruch auf Erteilung einer Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Schalldämpfern für ein Jagdgewehr, heißt es in der Urteilsbegründung. Der 36-jährige Kläger darf daher weiterhin keinen Schalldämpfer auf der Jagd führen, schreiben die Westfälischen Nachrichten.

Der Mann hatte 2015 versucht eine Genehmigung beim Polizeipräsidium Münster zu bekommen. Seine Begründung: Er habe früher schon ein Knalltrauma erlitten und wolle sein Gehör daher durch die Nutzung eines Schalldämpfers schützen. Die Behörde untersagte ihm Erwerb und Besitz, daher zog der Mann vor Gericht. Dieses stellte jetzt fest: Es gibt kein Bedürfnis! Stattdessen wurde auf andere Möglichkeiten des Gehörschutzes verwiesen, wie zum Beispiel Kopfhörer oder elektronisch geräuschmindernde Ohrstöpsel. Für Hans-Jürgen Thies, Rechtsanwalt und Vize-Präsident des Landesjagdverbands NRW, sind diese Möglichkeiten allerdings kein vernünftiger Ersatz für einen Schalldämpfer, da das Richtungshören deutlich erschwert wird (wir berichteten). Besonders bei der Nachsuche sei dies ein gefährlicher Faktor, wenn man zum Beispiel ein angreifendes Wildschwein nicht direkt orten könne. Auch Thies stieß mit seiner Argumentation vor Gericht allerdings schon auf taube Ohren (wir berichteten).

Schalldämpfer könnten für kriminelle Handlungen genutzt werden

Das Verwaltungsgericht in Münster befürchtet außerdem, dass Schalldämpfer verstärkt bei kriminellen Handlungen genutzt werden könnten, auch wenn dies durch keine Statistik belegt ist. Es erscheine nicht fernliegend, dass die Gefahr einer deliktischen Verwendung von Schalldämpfern steigen könnte, wenn die Genehmigungspraxis gelockert würde, heißt es im Urteil. Es sei dann damit zu rechnen, dass potenzielle Täter, die die deliktische Verwendung einer schallgedämpften Waffe planen, in Zukunft gezielt zum Diebstahl von Schalldämpfern ansetzen könnten. Außerdem ist das Gericht der Meinung, Spaziergänger im Wald würden nicht mehr gewarnt, wenn der Schussknall durch einen Schalldämpfer gedämpft würde.

Der reduzierte Schussknall durch einen Schalldämpfer liegt immer noch bei rund 130 dB – das entspricht ungefähr der Lautstärke eines Jets.

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