Großtrappe gilt als gerettet

Seit 25 Jahren gilt sie als bedroht, zunächst scheint die Rettung aber geglückt: Die Großtrappe hat es sich in Deutschland und Österreich gemütlich gemacht.

Landwirtschaft, Jagd und Bevölkerung waren mit einem grenzüberschreitenden Programm am Rettungsversuch der Großtrappe im österreichischen Burgenland beteiligt. Ohne diese Zusammenarbeit sei der Erfolg nicht möglich gewesen, sagte Astrid Eisenkopf, Naturschutzlandesrätin, in einem Bericht des Österreichischen Rundfunks.

Der bis zu 18 Kilo schwere Vogel gilt sowohl in Österreich und Deutschland als auch in anderen europäischen Ländern wie Polen und Ungarn als gefährdet und schützenswert. Zum Verhängnis werden den Tieren Eierdiebe, Fressfeinde, Hochspannungsleitungen und die intensive Landwirtschaft. Die Nester werden beispielsweise bei Mäharbeiten übersehen. Zudem fehlt den Großtrappen wichtiger Lebensraum. Fast ein Kilogramm Insekten fressen die Jungtiere in den ersten beiden Lebenswochen, verriet Forstwissenschaftlerin Dorothée März in einem Bericht von welt.de. Diese Insekten seien nur auf blühenden Wiesen zu finden.

Als Maßnahme wurden in Österreich Schutzzonen eingerichtet sowie Stromleitungen in die Erde verlegt. Auch in Deutschland engagieren sich Bund und Länder für den Erhalt des großen Vogels. Bundesweit seien die Bestände um bis zu 90 Prozent zurückgegangen, erklärte Annette Leipelt vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in der Volksstimme. Mittlerweile sind sie deswegen nur noch in Sachsen-Anhalt und Brandenburg zu finden.

In Brandenburg wird der Bestand durch ein spezielles Aufzucht- und Auswilderungsprogramm unterstützt: Vereinsmitarbeiter sammeln überall dort Eier ein, wo die Brut gefährdet scheint. Die Zeit bis zum Schlüpfen verbringen sie in Brutmaschinen. 70 Tage lang werden die Jungvögel dann von Helfern aufgezogen, bevor sie sich langsam an das Leben in der freien Wildbahn herantasten. „Die ersten Schritte in Freiheit machen die kleinen Großtrappen in vier, etwa 20 Hektar großen Gehegen. Hier schützt sie ein Zaun vor ihren flinken Feinden“, erklärte Henrik Watzke, Geschäftsführer des Fördervereins Großtrappenschutz, gegenüber der Welt.

Die Gefahr ist aber noch nicht vorbei. Windräder und der Ausbau erneuerbarer Energien führen dazu, dass den Tieren wichtiger Lebensraum entzogen wird. „Die Vögel werden auch weiterhin auf die intensive Unterstützung durch Naturschutzmaßnahmen angewiesen sein. Ohne die hilfreichen Maßnahmen wäre die Großtrappe wohl schon ausgestorben“, zitiert die Welt den früheren sachsen-anhaltinischen Landesumweltminister Aeikens zum Thema.

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