Grüne Hinz sagt Ja zur Jagd auf Waschbären in der Rhön

Hessische Umweltministerin setzt die Schonzeit aus, um Birkhuhn-Population zu schützen.

Waschbär

Hessens grüne Umweltministerin Priska Hinz erlaubt per Ausnahmegenehmigung die Bejagung von Waschbären in der Rhön. Wie der Gießener Anzeiger berichtet, ist die Schonzeit auch für Fuchs, Marderhund und Mink bis Ende August ausgesetzt. So sollen vor allem die im Biosphärenreservat Rhön lebenden Birkhühner geschützt werden. Im Rest Hessens gilt dem Bericht zufolge weiterhin die Schonzeit vom 1. März bis zum 31. Juli.

Der Präsident des hessischen Landesjagdverbandes (LJV), Jürgen Ellenberger, hatte erst kürzlich – angesichts der rasanten Ausbreitung von räuberischen Arten wie dem Waschbären – eine flächendeckende Bejagung gefordert (wir berichteten). „Wenn wir die heimische Artenvielfalt erhalten wollen, gibt es nur zwei Stellschrauben: Lebensräume erhalten und verbessern sowie Fressfeinde reduzieren“, sagte Ellenberger.

Der jagdpolitische Sprecher der hessischen SPD-Landtagsfraktion, Heinz Lotz, begrüßte die Entscheidung, die Schonzeiten in der Rhön aufzuheben. Damit sei die schwarz-grüne Regierung zumindest in dieser Region dem Antrag der SPD nachgekommen, die Waschbär-Population in Hessen zu reduzieren, sagte Lotz laut einer Pressemitteilung. „Leider fehlt der Landesregierung der Mut, einen wirksamen Plan für den Waschbären auf den Weg zu bringen und sich sogleich auf die Suche nach alternativen Methoden zur Reduzierung der Population zu machen“, erklärte Lotz weiter.

Laut einer aktuellen Auswertung des Wildtier-Informationssystems der Länder (WILD) gibt es in 78 Prozent aller hessischen Reviere Waschbär-Vorkommen. Im März hatte der LJV sich schon für eine unverzügliche Aufhebung der Schonzeit für Jungwaschbären und die Umsetzung der EU-Verordnung zu invasiven Arten ausgesprochen (wir berichteten). 

Dass die Aufhebung von Schonzeiten gelegentlich unumgänglich ist, zeigte sich zuletzt auch im nordrhein-westfälischen Hochsauerlandkreis. Um übermäßigen Wildschäden vorzubeugen, gilt dort seit dem 1. Mai keine Schonzeit für Schwarzwild-Überläufer (wir berichteten). 

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