Hauk will den Kormoran stärker bejagen

Baden-Württembergs Agrarminister beklagt massive Zunahme der Bestände auf rund 10.000 Tiere.

Kormoran

Foto: Karl-Heinz Fritschek

Der baden-württembergische Agrarminister Peter Hauk (CDU) hat sich für eine stärkere Bejagung des Kormorans ausgesprochen. Wie der Reutlinger General-Anzeiger berichtet, stieg der Bestand des Fischräubers im Winter massiv an. Minister Hauk sprach von 10.000 Tieren, die es in Baden-Württemberg gebe. Dies habe negative Auswirkungen auf die Fischbestände.

„Tierschutz hört nicht an der Wasseroberfläche auf – wir müssen auch Fischarten stärker schützen“, sagte Hauk dem Bericht zufolge. Zwar sei der Abschuss von Kormoranen zu bestimmten Zeiten im Jahr zulässig, dies reiche jedoch nicht aus. Die baden-württembergische Kormoranverordnung fällt in die Zuständigkeit des grünen Umweltministers Franz Untersteller, der in diesem Jahr für seinen Wildtier-Bericht auch den Kormoranbestand unter die Lupe nehmen lässt. Auf Basis dieser Studie könnten dann „weiterführende Maßnahmen zur Kormoranbejagung“ getroffen werden, heißt es in dem Zeitungsartikel.

Vom Nabu kam umgehend eine Reaktion auf Hauks Äußerungen. Nabu-Artenschutzexperte Martin Klatt lehnte eine verstärkte Bejagung des Kormorans ab und sprach von einer „Haudrauf-Mentalität mit dem Schießprügel“.

Erst kürzlich hatte der Landesfischereiverband Bayern auf die ernste Situation an den Gewässern hingewiesen. Weil Seen, Teiche und Weiher in den Wintermonaten zugefroren waren, stürzten sich vielerorts Kormorane in großen Gruppen auf die eisfreien Flüsse und Bäche (wir berichteten). So gerieten die Fischbestände zusätzlich unter Druck.

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!