Herdenschutz ruft Bergretter auf den Plan

Um ihre Herden vor Raubtieren zu schützen, setzen Landwirte im schweizerischen Kanton Uri „Anti-Wolf-Lampen“ ein – die blinkenden Lichter wirken aber auch anderweitig.

Schafherde

Symbolbild: Günther Schneider

Im schweizerischen Kanton Uri setzen Landwirte auf moderne Technik, wenn es um den Schutz ihrer Schafe geht. Sie versuchen, mit blinkenden Lichtern Wölfe und Bären von den Herden fernzuhalten. Die Leuchtsignale werden dort aber auch missverstanden, wie die Newsplattform 20minuten.ch berichtet. Etliche Meldungen erreichen die Polizei, in denen befürchtet wird, dass jemand in Bergnot geraten sei: „Die Unterscheidung zwischen Signalen von Personen in Bergnot und Lichtimpulsen von Signallampen zum Herdenschutz ist nicht immer auf Anhieb möglich“, bestätigte die Polizei.

In einer Mitteilung fordert sie jetzt Älpler und Hirten auf, den Einsatz der LED-Leuchten vor ihrem Einsatz zu melden. „Damit wird es für die Polizei möglich sein, Meldende zu informieren und zu beruhigen und unnötige Einsätze von Blaulicht- und anderen Rettungsorganisationen zu vermeiden“, erklärte Polizeisprecher Gusti Planzer. Er stellt aber auch klar: „Im Zweifelsfall gilt nach wie vor: Besser einmal zu viel als einmal zu wenig verdächtige Wahrnehmungen der Polizei melden.“

Ob die Leuchtsignale tatsächlich Raubtiere abschrecken, ist fragwürdig. Dieter von Muralt, zuständig für den Herdenschutz beim Zentralschweizer Schafhalter Verein, sieht die Anti-Wolf-Lampen nur als „kurzfristige Notlösung“ an, um einen plötzlich auftauchenden Wolf zu verscheuchen. „Nach ein, zwei Wochen merkt ein Wolf, dass ihm die Lampen nichts anhaben können. Nachhaltiger wären Elektrozäune, die den Wölfen eins zwicken. Dann merkt ein Wolf, dass dies ihm Schmerzen bereitet“, sagte er dem Bericht zufolge.

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