Invasive Arten: Online-Anhörung endet bald

Seit September können sich Bürger an einer Online-Anhörung zu invasiven Arten in der EU beteiligen. Aktuell werden fachkundige Bürger noch einmal verstärkt dazu aufgefordert, sich im Anhörungsportal zu äußern.

Waschbär im Baum

Foto: Jens-Werner Dettmann

Noch bis zum 20. November können sich Bürger an einer Online-Anhörung zu invasiven Arten in der EU beteiligen, die unter der Federführung des hessischen Umweltministeriums läuft (wir berichteten). Aktuell wird im Netz noch einmal verstärkt auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, eigene Argumente und Maßnahmenvorschläge einzubringen, um das Management der invasiven Arten zu verbessern.

Im Zuge dieses Aufrufs wurde im Netz auch ein Beitrag geteilt, der zeigt, wie dringend die Beteiligung fachkundiger Bürger wie beispielsweise der Jägerschaft an der Erarbeitung der Maßnahmen ist. Der Verfasser weist darauf hin, dass „die Vertreter von BUND und Grünen“ ihre Mitglieder verstärkt dazu animieren, das Anhörungsportal zu nutzen. Laut dem Autor waren am 3. November die Vertreter verschiedener Naturschutzverbände zu einer Veranstaltung der Grünen in den hessischen Landtag eingeladen worden, wo es vor allem um den Waschbären ging. Die meisten Beteiligten waren sich offenbar einig, dass der Waschbär keine invasive, sondern inzwischen eine heimische Art sei, für deren Bejagung kein vernünftiger Grund bestehe.

Gerade in Hessen breitet sich der Waschbär rasant aus. Erst im Mai 2017 musste die grüne Umweltministerin Priska Hinz per Ausnahmegenehmigung die Schonzeit für Waschbären in der Rhön aussetzen, um die dortige Vogelpopulation zu schützen (wir berichteten). Hessen gilt als „Waschbär-Hochburg“, in der sich auch andere räuberische Arten wie Mink und Marderhund rasant ausbreiten (wir berichteten).

Aus unserem Outfox-World Shop

Neben dem Waschbär geht es im geplanten Management noch um weitere invasive Arten wie die Nutria, die Wechselblatt-Wasserpest oder die Chinesische Wollhandkrabbe. Diese und weitere Tier- und Pflanzenarten gefährden die heimische Natur und verursachen massive Schäden (wir berichteten). Das wissen die meisten Jäger aus eigener Erfahrung nur zu gut. Nach Angaben der EU-Kommission verursachen die invasiven Arten in der Europäischen Union jährlich Schäden von mehr als zwölf Milliarden Euro. Einige dieser Arten haben sich dem Portal zufolge jedoch bereits in Europa etabliert, sodass eine „Beseitigung“ nicht mehr möglich und stattdessen ein „aktives Management“ erforderlich sei.

Die Europäische Union fordert daher von den Bundesländern, dieses Management für die etablierten Arten gemeinsam zu entwickeln. Auch die Bürger sollen sich noch bis zum 20. November in einem öffentlichen Anhörungsportal äußern und ihre Stellungnahmen einbringen. Diese würden dann bei der Ausarbeitung der Management-Pläne berücksichtigt. Bis auf Bremen und Baden-Württemberg beteiligen sich alle Bundesländer an der Aktion.

Das Portal können Sie hier aufrufen: https://www.anhoerungsportal.de/. Im unteren Bereich der Seite finden Sie die betreffenden Arten, zu denen Sie Ihre möglichst konkreten Anregungen für Ihr Bundesland abgeben können. Auch die Maßnahmenblätter können Sie sich dort durchlesen.

Das könnte Sie auch interessieren
Aktuell & informativ

DER OUTFOX WORLD NEWSLETTER

Aus der Natur direkt in Ihr Postfach.

Folgen Sie uns!