Jäger für Schock-Video kritisiert

Ein bayerischer Jäger hat eine Drückjagd gefilmt und das Video ins Netz gestellt. Jetzt erntet er Kritik vom Bayerischen Jagdverband.

Schwarzwild vor dem Hochsitz

Symbolbild: Carol Scholz

„Als die Kugel in den Schädel des Wildschweins einschlägt, hämmert die AC/DC-Musik im Hintergrund. Es ist ein grausames Video“: So beschreibt das regionale Nachrichtenportal bgland24.de den Clip, der in Berchtesgaden und bei Internetnutzern für viel Aufsehen sorgte. Ein Jäger hatte bei einer Drückjagd gefilmt, wie mehrere Wildschweine erschossen werden und das Video auf der Videoplattform YouTube hochgeladen.

Einen eigenen Eindruck vom Video kann man sich nicht mehr verschaffen, denn nachdem es öffentliche Kritik gehagelt hatte, entfernte der Jäger den Clip von der Plattform. Die Redaktion von bgland24.de beschreibt das Gesehene so: Der Produzent des Videos habe sich Mühe gegeben, dass der Zuschauer hautnah dabei sei, wie die Munition sich in den Schädel des Wildschweins bohre, Fetzen und Blut spritzten, die Sau zuckend zusammenbreche. Das Video zeigt dem Artikel zufolge, wie Dutzende Tiere erlegt werden, ergänzt durch Musik, Zoom-Effekte und Zeitlupen.

Dabei ist nicht die Drückjagd der Grund für die empörten Reaktionen, sondern die Inszenierung des Videos. Das sieht auch der Bayerische Jagdverband (BJV) so und zeigte sich gegenüber dem Nachrichtenportal entsetzt. Es sei zwar nicht verboten, eine Jagd zu filmen, mit Musik zu hinterlegen und ins Netz zu stellen; das Video sei aber „geschmacklos“, wird ein Sprecher des BJV zitiert. „Es ist eine Schande für die Jagd.“ Zusätzlich soll jetzt ermittelt werden, ob es bei der gezeigten Drückjagd zu Tierquälerei gekommen sei. Die Untere Jagdbehörde prüft derzeit den Fall.

Erst kürzlich hatte ein ähnlicher Vorfall in Südtirol für Wirbel gesorgt (wir berichteten). Die lokale Forstpolizei hatte 15 Frischlinge in einem engen Käfig gefangen und gefilmt, dann erlegt und schließlich vor dem Polizeiauto aufgereiht und fotografiert. Dass Schwarzwild intensiv bejagt werden muss, stand auch in diesem Fall außer Frage; vielmehr wurde von der Öffentlichkeit und den örtlichen Jägern der fehlende Respekt vor den Tieren angeprangert.

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