Jägerstiftung: Wolf spaltet das Jagdrecht

Das Thema Wolf spaltet die Gemüter – auch in der Jägerschaft wird es heiß diskutiert. Die Jägerstiftung natur+mensch fürchtet jetzt ein gespaltenes Jagdrecht.

Zwei Wölfe

Foto: Wolfgang65

Seitdem der Wolf Einzug in Deutschland hält, sorgt er für reichlich Diskussionsstoff. Während die einen seine Aufnahme ins Jagdrecht fordern, um insbesondere Landwirte zu entlasten, feiern Tierschützer und allen voran die Grünen eine „Willkommenskultur“ (wir berichteten hier, hier und hier). Die Jägerstiftung natur+mensch warnt jetzt vor einer Spaltung des Jagdrechts in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Denn dazu würde es kommen, wenn der Wolf nicht in die Liste der jagdbaren Arten aufgenommen wird und eine mögliche Regulierung stattdessen von staatlicher Seite aus erfolgt.

„Das Jagdrecht als das ausschließliche Entnahmerecht wild lebender Tiere ist ein Eigentumsrecht und darf nicht aufgeteilt werden in eines, was die Jäger wahrnehmen, und solches, das staatlicherseits betrieben wird“, sagte der Vorsitzende der Jägerstiftung natur+mensch, Georg Graf Kerssenbrock, in einer Pressemitteilung. Es müssten klare Regelungen für alle Landnutzer festgelegt werden, wie unter anderem beim Umgang mit Schäden durch den Wolf (staatlicher Ersatz), beim Monitoring und auch bei seiner Bestandsregulierung. Graf Kerssenbrock forderte, dass alle Landnutzer sich gegen eine Enteignung des Jagdrechts zur Wehr setzen sollen.

Damit reagiert die Jägerstiftung natur+mensch auf ein Positionspapier. In diesem hatten der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband gemeinsam mit dem Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe gefordert, den Wolfs ins Jagdrecht aufzunehmen. Sie stellten ein Gutachten des Diplom-Biologen und Professors für Zoologie an der FU Berlin, Prof. Pfannenstiel, vor. Darin heißt es unter anderem, es gebe weder „stichhaltige juristische noch wildbiologische oder populationsdynamische Gründe, weswegen der Wolf nicht auch in Deutschland planmäßig bejagt werden könne“. Pfannenstiel empfiehlt eine angemessene Bejagung nach dem Vorbild anderer europäischer Länder (wir berichteten). Er macht diesbezüglich auch deutlich, dass es nicht sinnvoll wäre, für die Tierart Wolf ein Parallelsystem zum bewährten Jagdwesen zu etablieren. Aktuell ist die Entnahme von „Problemwölfen“ ausschließlich über die Naturschutzgesetzgebung reguliert.

Der Landesjagdverband NRW hatte sich vom Positionspapier distanziert und klargestellt, dass es keine Forderung des Verbandes sei, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen (wir berichteten).

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