Jagd und Natur kompakt: Der News-Überblick

Ungewöhnlicher Wilderei-Verdacht, erneuter Nilgans-Abschuss und schwierige Jagd auf „Killer-Wels“: Alles, was Sie heute aus Jagd und Natur wissen müssen im jagdlichen Nachrichtenüberblick.

Wilderei-Verdacht: 14-Jährige erschießt mutmaßlich Reh

Ein ungewöhnlicher Fall von mutmaßlicher Wilderei beschäftigte in der vergangenen Woche die Behörden in Olsbrücken (Rheinland-Pfalz). Ein Jagdpächter fand am Mittwochnachmittag ein Reh, das mit einem Pfeil getötet wurde, wie das Polizeipräsidium Westpfalz mitteilte. Jetzt stellte sich heraus: Eine 14-Jährige könnte die Schützin gewesen sein. Noch am gleichen Abend meldeten sich die Eltern des Mädchens bei der Polizei.

Das Reh wurde wohl mit einem Pfeil getötet, an dem sich keine Spitze, sondern eine massive Kugel befand (siehe Foto). Die Eltern gaben an, dass Vater und Tochter auf einem Privatgrundstück das Schießen mit dem Sportbogen geübt hatten – daher auch die eher außergewöhnliche Spitze. Das Reh sei plötzlich in die Schusslinie gelaufen, es sei alles fürchterlich schnell gegangen, so der Vater. Das Reh sprang nach dem mutmaßlichen Fehlschuss davon und sei nicht mehr auffindbar gewesen.

Nilgänse

Symbolbild: Kathy2408

Neuer Anlauf: Jagd auf Nilgänse im Brentanobad

Wieder häuft sich im Frankfurter Brentanobad der Nilgans-Kot. Weil sich die Vögel von Knallgeräuschen und Flatterbändern momentan unbeeindruckt zeigen, will der Bäderchef Frank Müller nun wieder einige Tiere abschießen lassen. Wie hessenschau.de berichtet, hat Müller erneut den Abschuss einiger Nilgänse als Abschreckungsmaßnahme beantragt. Die Rückmeldung steht noch aus.

Schon im vergangenen Jahr waren trotz der Proteste und sogar Anzeigen von Tierschützern die ersten sechs Nilgänse von einem Jäger getötet worden (wir berichteten). Der Abschuss der Tiere war die einzige Maßnahme, die bislang gewirkt hatte. Anders als einige Tierschützer hätten Badbesucher und Bürger der Stadt die erste Abschuss-Aktion überwiegend positiv aufgenommen, so Müller. Der Kot der Tiere ist nicht nur ein hygienisches Problem, sondern auch ein gesundheitliches: Das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt hat darin jetzt wiederholt Salmonellen-Keime festgestellt (wir berichteten).

Nach Druck von Tierschützern: Berufsfischer sollen „Killer-Wels“ fangen

Am Dreieichenweiher im hessischen Offenbach treibt ein gefräßiger Wels sein Unwesen. Seit seiner ersten Sichtung 2017 hat der Raubfisch laut op-online.de sämtliche Fische im Weiher vertilgt und ist mittlerweile auf Entenküken umgestiegen. Eigentlich sollte ein örtlicher Angelsportverein sich des Problems annehmen.

Doch Tierschützer setzten die Angler unter Druck, überschütteten sie mit Hasstiraden, wie ein Mitglied gegenüber der Zeitung sagte. Daher sind die Offenbacher Angler kurzfristig von ihrer Aufgabe zurückgetreten, den Wels zu fangen. Jetzt will das Offenbacher Umweltamt Berufsfischer damit beauftragen. Auch die Tierrechtsorganisation Peta hat sich mittlerweile eingeschaltet und feiert die Einschüchterung des Angelsportvereins als Erfolg.

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Wildschwein

Foto: Daniela Fett

Afrikanische Schweinepest: Bundesrat fordert mehr Mittel

In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause pochte der Bundesrat jetzt noch einmal auf eine intensivere Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). In seinem Beschluss begrüßt der Bundesrat die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Maßnahmen – weist allerdings auch ausdrücklich darauf hin, dass die Länder dabei stärker finanziell unterstützt werden müssen.

Die geplanten Entschädigungen im Falle von Ernteverboten hält der Bundesrat für zu gering. Gleichzeitig will er den Einsatz von Jagdhunden bei Bewegungsjagden erleichtern und Behörden darauf vorbereiten, im Ernstfall schneller und effizienter zu reagieren. Dazu zählt auch, dass andere Personen als die Jagdausübungsberechtigten verstärkt Schwarzwild bejagen dürfen. Länder sollen zudem selbst über Ausnahmen für die Jagd in Brut- und Setzzeiten entscheiden können.

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