Jagdsteuer-Debatte: Jäger wehren sich

Für Jäger ist die Jagd im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald längst nicht mehr profitabel. Trotzdem will die SPD die Jagdsteuer wieder einführen. Die Jäger in der Region sind aufgebracht.

Jäger

Foto: PublicDomainPictures

Die Debatte um die Jagdsteuer im baden-württembergischen Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald geht in die nächste Runde: Kurz vor Jahresende hatte die SPD gefordert, die Jagdsteuer bis zum Jahr 2019 wieder zu erheben, nachdem sie 2009 abgeschafft worden war (wir berichteten). Für diesen Vorstoß erntet die SPD nun scharfe Kritik seitens der Jäger in der Region, wie die Badische Zeitung berichtete.

„Ein Großteil der Leistungen, die die Jägerschaft erbringt, sind Leistungen für die Gesellschaft“, argumentiert Heinrich Herbster, stellvertretender Jägermeister der Jägervereinigung Freiburg, die mit 1200 Mitgliedern die zweitgrößte in Baden-Württemberg ist. Die Jäger investierten viel Zeit und Geld, um einen Beitrag zum Erhalt für Wildlebensräume zu leisten, erklärte Herbster gegenüber der Zeitung. Dazu zählen Artenschutzprogramme für das Niederwild oder andere gefährdete Tierarten.

Hinzu kommt, dass die Jagd – anders als von der SPD vielleicht vermutet – längst nicht mehr profitabel ist. Im Gegenteil: „Der Verkauf von Wildbret deckt die Kosten für ein Jagdrevier bei Weitem nicht ab“, so der Kreisjägermeister. Zusätzlich können Wildschäden ganz schön ins Geld gehen, die in vielen Fällen sogar über die Jagdpacht hinausgingen.

Eine weitere Besonderheit im Landkreis: ein Pakt zwischen der Behörde und Jägern, die sich seit der Aufhebung der Steuer 2009 um die Entsorgung von Tieren kümmern, die bei Wildunfällen auf der Straße zu Schaden kommen. Würde der Landkreis sich entschließen, die Jagdsteuer wieder zu erheben, wäre dieser Pakt hinfällig. Wie ertragreich die Steuer überhaupt für den Haushalt wäre, stellt Herbster außerdem in Frage.

Die Aufgaben der Jäger werden nicht nur immer teurer, sondern auch deutlich aufwändiger. Zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest etwa fordert die Politik vielerorts Höchstleistungen von den Waidleuten (wir berichteten). Statt sie also mit einer Jagdsteuer zusätzlich zu belasten, gibt es andernorts Unterstützung, wie beispielsweise Abschussprämien (wir berichteten) oder bezahlten Sonderurlaub (wir berichteten). Einige Mitglieder der SPD-Fraktion hatten sich bereits von der Jagdsteuer-Forderung distanziert.

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