Jugendreport Natur: Kinder haben immer weniger Bezug zur Natur

Die Naturentfremdung bei Kindern nimmt immer weiter zu, warnt Natursoziologe Rainer Brämer. Anstelle von Getreidearten könnten sie eher die Tiere benennen, die im Videospiel „Angry Brids“ abgeschossen werden.

Kind spielt im Wald

Symbolbild: Skitterphoto

Lila Kühe oder grüne, Eier klauende Schweine: Werbeclips und Videospiele sind Kindern heutzutage durchaus geläufig, sind diese doch tagtäglich mit dem Internet und den Medien konfrontiert. Anders sieht es aus, wenn es darum geht, Getreidearten zu benennen oder eine Antwort auf die Frage „wo geht die Sonne auf“ zu finden. Da zeigen sich Kinder weniger bewandert. In der Studie „Jugendreport Natur“ wird eine Naturentfremdung der jungen Generation deutlich – eine Entwicklung, vor der der Natursoziologe Rainer Brämer warnt. Er sieht die Eltern in der Pflicht.

„Eltern erklären oder zeigen anscheinend ihren Kindern nichts mehr oder noch schlimmer: Sie wissen es selber nicht. Natur scheint generell langweilig zu sein: schlecht für die Umwelterziehung, Pech für die Natur“, sagte Rainer Brämer gegenüber dem Hamburger Abendblatt und stützt sich bei seiner Aussage auf den „Jugendreport Natur“. Insbesondere Kinder aus der Stadt würden sich schlechter im Feld auskennen. So konnten gerade mal 26 Prozent drei Getreidearten nennen. Teilweise wurden „Hopfen“, „Kartoffeln“ oder „Vollkorn“ genannt. Zum Vergleich: Bei den Kindern aus dem Dorf konnten 45 Prozent drei Getreidearten benennen.

Bei den Himmelsrichtungen ist die Entwicklung noch deutlicher zu beobachten. Auf die Frage „In welcher Himmelsrichtung geht die Sonne auf?" wussten im sechsten Jugendreport 2010 noch 59 Prozent die Antwort. 2016 fiel das Ergebnis deutlich schlechter aus: Da konnten nur 35 Prozent die richtige Antwort nennen.

Der Grund: Insbesondere das Smartphone und Apps haben mit der Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen – insofern, dass elektronische Gerätschaften den Alltag junger Menschen bestimmen. Die Natur beziehungsweise Erfahrungen in und mit der Natur rücken vermehrt in den Hintergrund. „Statt auf dem Schulweg einen Sonnenaufgang zu bewundern, guckt man lieber auf das Smartphone“, sagt Rainer Brämer. Er appelliert an die Eltern, ihre Kinder mehr an die Natur heranzuführen – auf spielerische Art und Weise. Brachliegende Gelände, alte Sportplätze oder kleine Restwäldchen seien die richtigen Örtlichkeiten, um Fantasie und Entdeckerfreude auszulösen. Es braucht aber auch deutlich mehr Aktionen und Projekte, wie sie Jäger und Naturschützer immer wieder organisieren. Beispiele hierfür finden Sie hier:

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