Kann man gegen Jagd, aber für Wildbret sein?

Das Verwaltungsgericht Münster muss über einen Antrag auf Befriedung entscheiden, den ein Jagdpächter kritisch sieht.

Schwarzwild vor Hochsitz

Foto: Carol Scholz

Ein Landwirt aus dem nordrhein-westfälischen Beckum hat beantragt, dass auf seinen Flächen nicht mehr gejagt werden darf. Wie die Westfälischen Nachrichten berichten, bezweifelt ein Jagdpächter jedoch, dass den Mann tatsächlich Gewissensgründe antreiben.

Der Beckumer Bauer beruft sich auf Paragraf 6a des Bundesjagdgesetzes, der die Befriedung von Grundstücken vorsieht, wenn deren Eigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt. Möglich wurde dies durch ein entsprechendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus dem Jahr 2012.

Dem Bericht zufolge kamen an den Beweggründen des Landwirts jedoch Zweifel auf, da der Mann in der Vergangenheit Wildbret von den Pächtern der Jagdbezirke auf seinen Flächen angenommen haben soll. Dabei steht offenbar Aussage gegen Aussage: Der Bauer behaupte, „man habe aus Höflichkeit ein oder zweimal Wild angenommen“, heißt es in dem Zeitungsbericht. Ein Pächter hingegen habe erklärt, dies sei bis zu zehn Mal geschehen. Dabei sei das Wildbret „stets mit großer Freude entgegengenommen worden“, einmal habe es sich sogar um ein ganzes Reh gehandelt.

Inwieweit der Landwirt tatsächlich von Gewissenskonflikten geplagt wird und ob seinem Antrag auf Befriedung der Flächen stattgegeben wird, muss nun das Verwaltungsgericht in Münster entscheiden.

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