Kein gutes Zeugnis für den Umweltschutz

In einem aktuellen Umweltprüfbericht schneidet die Schweiz in Sachen Artenschutz und Wasserqualität schlecht ab.

Schweizer Landschaft

Foto: bbAAER

Die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, stellt der Schweiz kein gutes Gesamturteil im Umgang mit der Umwelt aus. Dies legt die Organisation in ihrem neuen Umweltprüfbericht dar. Alle zehn Jahre prüft sie den Umgang der 34 Mitgliedsländer mit der Umwelt. Im Gegensatz zu anderen OECD-Ländern bestünde in der Schweiz ein hoher Nachholbedarf im Artenschutz und bei der Verbesserung der Wasserqualität.

Zwar habe „die Schweiz Schritte unternommen, um die Umwelt zu verbessern, was Landwirtschaft, Energie und Verkehr betrifft“, zitiert die Luzerner Zeitung den Umweltbericht. So sei das Land beispielsweise Vorreiter bei der Reduzierung von Treibhausgasen. Doch die OECD bemängelt das Konsumverhalten, die Abfallmengen sowie insbesondere die Gefährdung vieler Arten.

Dem Bericht zufolge fehlt es in der Schweiz an genügend Schutzgebieten. Vorhandene Schutzgebiete seien „zu klein, zu isoliert“. Es sei nicht nachvollziehbar, warum „die Schweiz es in den letzten 103 Jahren nicht geschafft hat, einen weiteren Nationalpark zu schaffen“, kritisiert die OECD. Das Land investiere wenig Geld in den Natur- und Artenschutz, obwohl der Tourismus eine Haupteinnahmequelle der Schweiz wäre. Im Vergleich zu anderen Ländern gebe es zu wenig geschützte Gebiete für die Tiere und geeignete Wildtierkorridore.

Naturschutzorganisationen äußerten sich ebenfalls zu dem aktuellen Umweltprüfbericht. BirdLife Schweiz fordert vom Land deutlich mehr Engagement für seine biologische Vielfalt. Der im September vom Bundesrat beschlossene Aktionsplan Biodiversität reiche nicht aus, das Land sehe sich „fälschlicherweise immer noch als Musterknabe im Naturschutz“. Auch Pro Natura stellt klare Forderungen an den Bundesrat. Erforderlich sei eine „konsequentere Politik zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen in der Schweiz“. Insbesondere im Bereich des Gewässerschutzes bedürfe es intensiverer Maßnahmen. Acht Fischarten seien bereits ausgestorben, weitere 70 Prozent der übrigen seien gefährdet oder bedroht.

In Deutschland gibt es bereits zahlreiche Projekte zum Artenschutz. Landwirte, Jäger und Behörden arbeiten eng zusammen, um die Artenvielfalt zu erhalten:
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