Landwirt lässt nach Wolfsriss Herde schlachten

Ein Landwirt verliert bei einem mutmaßlichen Wolfsangriff ein Schaf. Seine Lösung: Keine Schafe mehr zu halten.

Eine Herde Schafe

Foto: larahoun

Füttern, scheren, streicheln – auf dem Schlüterhof konnten sich Kinder der Hofschule Wendisch Evern (Niedersachsen) um eine 15-köpfige Schafsherde kümmern. Das war Teil des heilpädagogischen Programms für Kinder mit Betreuungsbedarf. Doch Ende August fand der Inhaber des Hofs, Landwirt Jürgen Schlüter, ein totes Schaf auf einer eingezäunten Weide am Ortsrand. Ein weiteres sei verletzt gewesen. Sein erster mutmaßlicher Wolfsriss – denn die DNA-Ergebnisse stehen noch aus. Aus dem Vorfall zog der Landwirt aber schnell die Konsequenz: Wie die Allgemeine Zeitung berichtet, ließ er daraufhin die gesamte Herde schlachten. 

„Ich vermute, dass wir den Pferden zu verdanken haben, dass nicht noch mehr Schafe verletzt oder getötet worden sind“, sagte der Landwirt gegenüber der Zeitung. Sein konsequentes Handeln erklärt er damit, dass es wohl kaum bei dem einen Vorfall geblieben wäre. Er sorgte vor: „Ich wollte verhindern, dass die Wölfe unsere Weide als Nahrungsquelle für sich entdecken und habe die Schafe lieber gleich abgeschafft.“

Hohe Elektrozäune, Untergrabschutz, Breitbandlitzen, gesonderte Nachtunterbringung – der Aufwand für den Herdenschutz sei kaum zu leisten. „Unmöglich, das für alle unsere Tiere zu gewährleisten, da müsste ich bei unserer Form der Bio-Landwirtschaft die gesamte Feldmark einzäunen“, sagte der Landwirt. Ein Herdenschutzhund kam wegen der Kinder auf dem Hof ebenfalls nicht infrage. So mussten die Schafe weichen. Zum Streicheln gibt es dem Bericht zufolge nur noch ein Stoff-Schaf. Eine Schülerin schenkte es dem Hof als Erinnerung an die Schafsherde.

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