Landwirtschaft: Posse um tote Maus

Wegen einer toten Maus wurde Anzeige gegen einen Landwirt erstattet. Im Internet sorgt die Geschichte für großen Aufruhr, sodass sich sogar der zuständige Kreis zum Fall äußert.

Mäharbeiten

Symbolbild: Sabine van Erp

Riesen Aufruhr in den sozialen Netzwerken: Ein Landwirt wurde nach dem Mähen seines Feldes von einem Unbekannten angezeigt. Er soll eine Maus vorsätzlich getötet haben. Zwei Staatsanwaltschaften mussten sich mit dem Fall beschäftigen. Der zuständige Kreis sah sich deswegen sogar gezwungen, eine Stellungnahme auf seiner Homepage zu veröffentlichen.

Im nordrhein-westfälischen Kreis Borken sah sich ein Landwirt mit einer Anzeige konfrontiert. Er habe sein Feld von außen nach innen gemäht und dabei eine Maus getötet. Der Anzeigensteller warf ihm Vorsatz vor, anschließend mussten sich gleich zwei Staatsanwaltschaften mit dem Fall beschäftigen: Die Kreispolizei hatte den Fall an die Staatsanwaltschaft Münster weitergeleitet, um zu klären, ob auch ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliege. Das wäre der Fall, wenn der Landwirt das Wirbeltier vorsätzlich getötet hätte. Das konnte aber nicht nachgewiesen werden, weswegen das Verfahren eingestellt wurde.

Der Anzeigensteller wollte sich damit aber nicht zufrieden geben. Er legte Beschwerde ein, sodass sich die Generalstaatsanwaltschaft in Hamm damit befassen musste. Auch diese stellte das Verfahren ein und gab das Verfahren an den Kreis Borken weiter. „Und der hat dann das Verwarnungsgeld wegen des Verstoßes gegen das vorgegebene Verfahren bei der Mahd festgesetzt, also nicht wegen des ‚Mähens’ einer Maus“, heißt es in der Pressemitteilung. 50 Euro mussten ergo bezahlt werden, der Kreis vergleicht dieses mit Verstößen im Straßenverkehr.

Laut des Landesnaturschutzgesetzes NRW müssen Flächen von innen nach außen gemäht werden, um Wildtieren die Möglichkeit zu geben, vor den Mähmaschinen zu fliehen. Dass der Anzeigenerstatter aber auch das Töten der Maus als vorsätzlich ansah und gegen den Landwirt vorging, zeigt wieder deutlich, wie wenig Akzeptanz gegenüber der Landwirtschaft herrscht. Umso wichtiger ist es, dass sich diese an die Vorgaben halten, um mehr Verständnis zu erhalten.

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