Landwirtschaftsverband fordert offene Debatte zum Thema Wolfsregulierung

Bauern- und Jägerverbände wollen sich rechtzeitig auf Situationen mit dem Wolf vorbereiten. Sie stellten ein Gutachten zur verantwortungsvollen Regulierung des Bestandes vor.

Wolf

Foto: GaborGulyas

Im nordrheinwestfälischen Münster wurde am heutigen Dienstag ein Gutachten zur Bestandsregulierung des Wolfes vorgestellt, welches der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverbands und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe in Auftrag gegeben hatten.Sie setzen sich für eine beschränkte Entnahme des Tieres ein. „Welche gravierenden Folgen das Vordringen von Wölfen für die offene Weidehaltung haben, wissen unsere Berufskollegen in Ostdeutschland und in Niedersachsen, wo der Wolf immer stärker auch Schafe und Rinder reißt“, sagte Johannes Röring, Präsident des WLV in einer Pressemitteilung.

Da auch in Nordrhein-Westfalen mit einer Ausbreitung des Wolfes zu rechnen sei, hatten der WLV und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe das Gutachten in Auftrag gegeben. Empfohlen wird darin eine angemessene Regulierung des Wolfsbestandes durch die Jagd. Als Vorbild sollen andere europäische Länder dienen. Gerade diese Beispiele zeigten, wie Wolfspopulationen reguliert werden könnten, ohne dass der Schutz der Art infrage gestellt werde. Falls dies nicht geschehe, drohten sich die Konflikte mit dem Wolf für Tier und Mensch deutlich zu verschärfen.

Laut Verfasser des Gutachtens, Prof. Pfannenstiel, Diplom-Biologe und Professor für Zoologie an der FU Berlin, sind die bisherigen sogenannten „Wolfsmanagementpläne“ einzelner Bundesländer noch nicht ausreichend, weil sie bisher noch zu wenig das Management von Wolfspopulationen berücksichtigten. Weiterhin gebe es weder „stichhaltige juristische noch wildbiologische oder populationsdynamische Gründe, weswegen der Wolf nicht auch in Deutschland planmäßig bejagt werden könne“. Dabei gehe es nicht darum, den Wolf aus der deutschen Kulturlandschaft zu verbannen. „Wir wollen vielmehr einen verantwortlichen Umgang im künftigen Zusammenleben mit dem Wolf“, sagte Clemens Freiherr von Oer, Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe.

„Die heute angestoßene Debatte über den Wolf in NRW ist richtig und wichtig“, kommentierte NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg das aktuelle Wolfsgutachten. „Mit Blick auf die gesellschaftliche Diskussion und die Sicherheit unserer eigenen Mitglieder ist es ausdrücklich keine Forderung des Landesjagdverbandes, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen“, machte er aber die Position des Landesjagdverbandes NRW dazu deutlich.

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