„Lizenz zum Töten“: Windkraft wichtiger als Vogelschutz?

Rotmilan

Foto: Dieter Hopf

Das Energieversorgungsunternehmen EnBW wünscht sich eine „artenschutzrechtliche Ausnahme“ für das Tötungsverbot des Rotmilans. Wie welt.de berichtet, hat EnBW beim Regierungspräsidium Stuttgart beantragt, bei zwei geplanten Windkraftanlagen den Schutz der Greifvögel zu vernachlässigen, da das „öffentliche Interesse“ an den Anlagen überwiege.

Was eine Genehmigung dieses Antrags bedeuten würde, verdeutlichte bild.de mit einer drastischen Überschrift: „EnBW will Lizenz zum Töten.“ Der Vorsitzende des Vereins Naturschutzinitiative, Harry Neumann, sagte dem Welt-Bericht zufolge: „Wenn das Schule macht, ist das der Ausverkauf des Naturschutzes in Deutschland und des europäischen Artenschutzes zugunsten der Windindustrie.“

Fritz Vahrenholt, Vorstand der Deutschen Wildtierstiftung, warnte laut dem Bericht vor einer richtungweisenden Entscheidung. Denn wenn einmal beschlossen würde, dass Windkraftanlagen wegen des „überwiegenden Interesses der Öffentlichkeit“ zu genehmigen seien, könnten sich andere Betreiber danach auf diesen Grundsatz berufen.

Tote Milane waren erst kürzlich im thüringischen Clinga aufgefunden worden. Naturschützer vermuteten dabei einen Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau von Windkraftanlagen (wir berichteten). Diese Vermutungen wurden dabei durch Zahlen der Wildtierstiftung untermauert.  

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