Massive Kritik nach Tötung von Dutzenden Rindern durch Strom

Hochlandrind

Symbolbild

Auf einem Hof bei Grimma (Sachsen) hat das Landratsamt des Kreises Leipzig 44 von insgesamt 149 Rindern töten lassen. Wie topagrar.com berichtet, droht 33 weiteren Tieren das gleiche Schicksal. Der Grund für die Tötung der zum größten Teil Hochlandrinder waren falsche oder gänzlich fehlende Ohrmarken, die nach EU-Recht vorgeschrieben sind.

Für heftige, vor allem mediale Kritik sorgte dabei die Art und Weise der Tötung. Wie Zeugen berichten, soll ein Tierarzt die Tiere per Strom getötet haben. Bei Augenzeugen habe dieses Vorgehen dem Bericht zufolge großes Mitleid ausgelöst. Weiterhin wird von einem lange andauernden Todeskampf und einigen fehlgeschlagenen Tötungsversuchen berichtet. Bei einigen Zeugen habe dieses zu Zusammenbrüchen geführt, worauf sie von einem Kriseninterventionsteam des Kreises Leipzig betreut werden mussten.

Die Veterinärbehörde distanziert sich unterdessen klar von möglichen Tierschutzverstößen. Ein Tierarzt sei solange bei einem Rind geblieben, bis der Tod des Tieres eintrat. Auch eine abschließende Kontrolle habe stattgefunden, berichtet topagrar.com. Bei der Tötungsentscheidung handelte die Veterinärbehörde strikt nach dem Gesetz, denn laut der EU-Richtlinie 90/425/EWG muss der Weg bis zum Halter rückverfolgbar sein. Wenn dies nicht gegeben ist, sei nach Verordnung EG 1760/2000, Art. 22, Abs. 2 die „Vernichtung des Tieres ohne Gewährung einer Entschädigung“ die durchzuführende Maßnahme.

Der betroffene Landwirt zeigte sich schockiert über die Handlungsweise der Behörden und verlangt nun Schadenersatz für die getöteten und beschlagnahmten Rinder. Da es sich um wild lebende Tiere handele, könne man sie nicht in einen Stall pferchen, erklärte er. Daher gab es auch Probleme mit der Kennzeichnung. Er habe die Tiere allerdings zum 20. Juni in Pensionshaltung dem Landratsamt übergeben. Damit seien die Tiere weiterhin sein Eigentum, eventuelle Versäumnisse würden damit in die Verantwortung der Behörden fallen, betonte der Landwirt.

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