Mehr als 3.600 Nutztiere durch den Wolf gerissen

Mit getöteten Nutztieren sorgen Wölfe seit ihrer Rückkehr nach Deutschland für Ärger. Der Ton verschärft sich, Forderungen nach einer Bestandsregulierung werden lauter. Umweltschützer sehen dafür keine Notwendigkeit.

Wolf mit Beute

Foto: Marcel Langthim

Die Zahl der Wolfsangriffe auf Nutztiere steigt bundesweit kontinuierlich. Mehr als 3.600 Stück wurden bisher insgesamt von Wölfen gerissen, wie die Neue Osnabrücker Zeitung in einer eigenen Umfrage herausfand. Die meisten Übergriffe gab es in Brandenburg mit über 1.100 toten Nutztieren, gefolgt von Sachsen und Niedersachsen.

In den überwiegenden Fällen werden Schafe gerissen. Aber auch Ziegen, Fohlen und sogar Rinder sind gefährdet (wir berichteten). Dementsprechend deutliche Worte wählt Bernard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands: „Es bedarf einer Bestandsregulierung und einer Festlegung von Gebieten, die für eine Wiederansiedlung des Wolfes nicht in Frage kommen.“ Die vorgeschlagenen Maßnahmen von Umwelt- und Tierschutzverbänden seien „völlig unzureichend“. Ganz aktuell veröffentlichten Nabu, BUND, WWF und fünf weitere Verbände am Donnerstag das gemeinsame Papier „Eckpunkte für ein konfliktarmes Miteinander“. Sie bekräftigen darin unter anderem, dass der Schutzstatus des Wolfes unverändert beibehalten werden solle. Die praktizierten Abwehrmaßnahmen seien erprobt und müssten nur konsequent umgesetzt werden.

Seit im Jahr 2000 erstmals wieder Wölfe in Deutschland Welpen bekamen, breitet sich diese Tierart immer weiter aus. Auch Thüringen habe wahrscheinlich sein erstes Rudel, vermutet der MDR. Die vermehrten Nutztierrisse im Raum Ohrdruf seien nicht mehr durch ein einzelnes Individuum zu erklären. Die dort lebende Wölfin habe sehr wahrscheinlich Nachwuchs bekommen.

Zurzeit besiedeln 41 Rudel, acht Paare und vier Einzeltiere die Bundesrepublik, verkündet die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) auf ihrer Website. Laut Studien des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz haben Nutztiere einen Anteil von 1,1 Prozent am Nahrungsspektrum der Wölfe, über die Hälfte der Beute sei Rehwild, annähernd 20 Prozent der Nahrung bestünde aus Wildschweinen.

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