Mehr Schutz für den Feldhasen

Die Lebensbedingungen für den Feldhasen sollen durch zahlreiche Maßnahmen verbessert werden.

Feldhase auf Wiese

Foto: Manfred Burmeister

In vielen Teilen der EU ist die Lebenssituation der Feldhasen prekär. Der Lebensraum wird immer knapper. In der Schweiz schickt sich der Kanton Luzern nun an, bessere Lebensbedingungen für die Tiere zu schaffen. Marc Germann vom WWF Zentralschweiz schätzt, dass es in der ganzen Zentralschweiz nur „noch ein paar wenige tausend Feldhasen“ gebe. Die geschätzten Zahlen der Abteilung Natur, Jagd und Fischerei des Kantons Luzern bestätigen die prekäre Lage des Feldhasens. Gab es in den 1940er-Jahren noch 15.000 bis 20.000 Exemplare in der Landschaft Luzerns, sind es aktuell noch etwa 1.500 Tiere. Dieser Bestand sei auch nur zu halten, da Jäger den Feldhasen in weiten Teilen der Schweiz freiwillig nicht mehr bejagen, sagte Germann gegenüber der Luzerner Zeitung.

Um den Feldhasen zu schützen, fordert der Schweizer Sozialdemokrat Hasan Candan in einem parlamentarischen Vorstoß „mehr Wildtierkorridore“ und gemeinsame Maßnahmen mit Landwirten. Gegen beide Forderungen für eine bessere Lobby des bedrohten Tieres ist der Widerstand bereits programmiert. Ähnliche Vorschläge habe das Luzerner Kantonsparlament bis jetzt immer abgelehnt oder stark abgeschwächt, berichtet die Zeitung. Candans Maßnahmen, wie beispielsweise mehr artenreiche Wiesen oder eine dünnere Aussaat von Getreide, sind sowohl in Fach- als auch in Politikerkreisen sehr anerkannt.

Ein vom WWF gefördertes Projekt schafft zusätzliche indirekte Maßnahmen, die zu besseren Lebensräumen führen sollen. Neben dem WWF ist auch die Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern aktiv geworden. Zusammen mit dem Aargau, Baselland und Zürich hat sie beim Bund das Projekt „Getreide in weiter Reihe“ eingereicht. Damit der Feldhase mehr Unterschlupfmöglichkeiten hat, müssen teilnehmende Landwirte ihr Getreide weniger dicht sähen. Für den geringeren Ertrag erhalten sie einen sogenannten Vernetzungsbeitrag von 1.000 Franken pro Hektar.

Doch auch vor natürlichen Fressfeinden gilt es, das Tier zu schützen. So sollen in Hasen-Förderungsgebieten keine Sitzgelegenheiten für Greifvögel mehr errichtet werden. Weiterhin sollen Jäger den Fuchs verstärkt bejagen.

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