Müll sammeln zum Schutz der Vögel

Verschmutzter Strand

Plastikmüll macht den heimischen Wildtieren ganz schön zu schaffen – nicht nur an Land, sondern auch im und am Meer. Auf den Nordseeinseln Scharhörn und Nigehörn haben sich deshalb jetzt Umweltaktivisten versammelt, um dem Plastikmüll gemeinsam unter dem Motto #wellemachen an den Kragen zu gehen. Wie Greenpeace mitteilt, wollen die rund 40 freiwilligen Helfer mit der Aktion darauf aufmerksam machen, dass das Problem des Plastikmülls auch vor den Vogelschutzinseln nicht haltmacht.

Auf den unbewohnten Inseln sammelten die Freiwilligen mitten im Vogelschutzgebiet unter anderem PET-Flaschen, Plastik-Kanister, Bojen, Kinderspielzeug, Joghurtbecher und Netzreste aus der Fischerei ein. Greenpeace fordert daher auch die Politik auf, Maßnahmen und Lösungen für das Problem zu schaffen – zum Beispiel, indem der Verlust von Netzen und Fischereigerät in Nord- und Ostsee besser überwacht und bestraft wird.

Die beiden Inseln gehören zur höchsten Schutzzone des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer. Der Verein Jordsand kümmert sich schon seit 1989 darum, dass die Müllfunde systematisch ausgewertet und untersucht werden. Kormorane bringen Netzreste in ihre Nester, wo die Jungvögel sich mit den Plastikschnüren strangulieren und letztlich sterben. Andere Vögel halten den Plastikmüll für Nahrung und verhungern dann – mit dem Magen voller Plastikteile. Trotz strenger Verbote und intensiver Aufklärung landet immer noch viel Plastikmüll in den europäischen Meeren.

Zum Problem wird dann auch das sogenannte Mikroplastik. Die winzigen Plastikpartikel werden zum einen in Kosmetika und weiteren Produkten verwendet – zum anderen zerfällt der vorhandene Plastikmüll in immer kleinere Teile. Meerestiere nehmen die Teilchen mit der Nahrung auf. Durch Speisefische landet das Mikroplastik dann auch auf unseren Tellern.

Reh mit Müll

Auch an Land ist die Umweltverschmutzung eine Gefahr für die Wildtiere. Jäger müssen sich in ihren Revieren immer wieder darüber wundern, was manche Menschen alles achtlos in der Natur entsorgen. Im Sauerlandkurier berichtet der Hegering Olpe beispielsweise von Plastiktüten, Styropor, Bauholz, Metallschrott, kompletten Fenstern und Autoreifen. Auch Netze, Leinen und Maschendrahtreste haben die Jäger schon gefunden. Der Müll wird schnell zur tödlichen Gefahr, wenn die Tiere ihn fressen oder sich darin verfangen. Farbreste und andere Chemikalien können den Boden verseuchen und bedrohen dann gesamte Ökosysteme.

Viele Jäger starten deshalb in regelmäßigen Abständen Müllsammelaktionen, um die Natur von den menschlichen Hinterlassenschaften zu befreien (wir berichteten). Teilweise schon seit Jahrzehnten setzen sich die deutschen Waidfrauen und -männer für saubere Wälder und gesundes Wild ein. So schätzen etwa die Solinger Jäger laut einem Zeitungsbericht, dass sie in den vergangenen 40 Jahren stolze 50.000 Kilogramm Müll aus der Natur geholt haben.

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