Nationalpark wehrt sich gegen Jäger-Hetze bei Facebook

Jagdfeindlicher Facebook-Beitrag sorgt für Diskussionen – ein Vertreter des Nationalparks Harz erläutert gegenüber Outfox-World die Hintergründe zu der kritisierten Jagd.

Brocken im Harz

Symbolbild: Seaq68

Ein jagdfeindlicher Facebook-Beitrag des Magazins „Dein Harz“ sorgt aktuell für erhebliche Aufregung – sowohl bei Jagdgegnern als auch bei Jägern. Bei dem Posting handelt es sich um einen Text und ein Foto, welches ein erlegtes Rotwildkalb auf einem gepflasterten Brocken-Wanderweg zeigt. Zu lesen ist unter anderem: „Wir fühlten uns bedroht. Herzlich willkommen im Jäger Harz.“ Ein Vertreter der Nationalparkverwaltung wehrte sich im Gespräch mit Outfox-World gegen jegliche Jäger-Hetze.

Nach Angaben von „Dein Harz“ stammt das vieldiskutierte Foto vom Dienstag. Im Posting heißt es: „Wer heute auf dem Brocken war, hat viele SUV's gesehen. Geladene Waffen lagen am Weg. Auf dem Rückweg zur Eckertalsperre haben wir dieses Bild gemacht. Muss es unbedingt am Nachmittag direkt auf dem Wanderweg sein?“ Im Hintergrund der Aufnahme sind nicht nur die Sendeanlagen auf dem Brocken, sondern offenkundig auch einige Wanderer zu sehen. 

Jagdgegner hinterließen in den Facebook-Kommentaren umgehend Beschimpfungen wie etwa „Bambimörder“, „krankes Jägerpack“ oder „machtgeile Mörder“. Anhänger der Jagd hingegen bezweifelten, dass tatsächlich geladene Waffen am Weg gelegen haben könnten und vermuteten eine „gestellte Szene“. Ein Nutzer schrieb: „Ich halte die Geschichte für gefälscht und aufgebauscht!“ Ein weiterer Kommentator erklärte: „Ich fühle mich vom Autor des Posts bedroht. Soviel Blödsinn kann man eigentlich in fünf Sätzen gar nicht schreiben.“

Christian Ernst, Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde und der Nationalparkverwaltung Harz, war am Dienstag selbst dabei, als im Rahmen des Wildtiermanagements im Nationalpark eine Bewegungsjagd auf Rotwild stattfand. Dabei wurden vier Reviere rund um den Brocken bejagt. Wie Ernst gegenüber Outfox-World erläuterte, waren alle Wege in dem Bereich mit Hinweisschildern versehen, es galt dementsprechend ein Betretungsverbot. „Bei allen Bewegungsjagden der Nationalparkverwaltung gilt: Waffen dürfen nur auf dem Ansitz geladen werden und müssen vor dem Absteigen sofort entladen werden“, erklärte Ernst. Es sei daher völlig ausgeschlossen, dass Waffen offen herumlagen – „abgesehen davon, dass man von außen überhaupt nicht erkennen kann, ob eine Waffe geladen ist“.

Da sich die Bergung erlegter Wildtiere in dem hügeligen Gelände rund um den Brocken sehr schwierig gestaltet, werden die Stücke laut Angaben von Ernst oft kurzfristig auf einem befestigten Weg abgelegt – um sie dann sofort mit einem Fahrzeug zu bergen. „Mir ist am Dienstag nicht bekannt geworden, dass es irgendwelche Probleme oder Diskussionen mit Wanderern gegeben hätte“, berichtete Ernst weiter. Folglich habe sich wohl auch niemand bedroht gefühlt. Im Übrigen werde in dem Gebiet sehr häufig gejagt. „Wanderer und Besucher zeigen sich dann immer sehr interessiert. Wir Jäger haben da sehr viele positive Begegnungen.“

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